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Implore im Interview

Implores Gabriel Dubko, verantwortlich für Bass und Gesang, plaudert im folgenden Interview aus dem Nähkästchen: über die neue Scheibe, seine Umzugslust, Döner-Läden in Argentinien sowie der Tatsache, dass der Gang zum Discounter durchaus weitreichende Folgen haben kann.

implore 2015

(Bildquelle: Band)

Hi Gabriel, ich danke dir sehr für die Möglichkeit, ein Interview mit dir führen zu dürfen.
Ich hatte das Vergnügen, eure morgen veröffentlichte Debütscheibe 'Depopulation' besprochen zu haben. Wie fühlt es sich, bezogen auf die Platte, für dich derzeit an? Seid ihr zufrieden mit den Reaktionen der Kritiker?

Hi! Wie geht es dir? Vielen Dank für die Review unseres Albums sowie der Interviewanfrage. Dieses Mal läuft es etwas anders, verglichen mit unserer ersten EP 'Black Knell' (2014), nach deren Fertigstellung wir gar nichts weiter erwartet hatten und recht überrascht waren, dass anscheinend einige Leute die Scheibe mochten und wir uns somit eine kleine Gruppe loyaler Fans erarbeitet hatten.
Ein komplettes Album aufzunehmen sowie einen Plattenvertrag angeboten zu bekommen setzte uns hingegen mehr unter Druck, weswegen ich vermute, dass die Erwartungen bei jedem von uns weit höher lagen. Aber so, wie es aussieht, mögen viele unser Album. Ebenfalls sehr positiv fielen bisher die Reaktionen der Presse aus. Wir können sagen, wir konnten die an uns selbst gestellten Erwartungen bis jetzt erfüllen.

Euer Album wird auch auf Vinyl erscheinen. Wie denkst du darüber?

Es wird es außerdem auf CD geben! Leute in Europa und in den Vereinigten Staaten kaufen keine CDs mehr. Und Vinyl ist mehr was für Sammler. Heutzutage beziehen die Leute ihre Musik via digitalem Download oder hören sich die Alben auf Itunes an... Für uns ist es also ein Novum, auf CD zu erscheinen.

Die Band besteht aus dem Gitarristen Daniel Nothoff, dem Live-Drummer Michael Pfeffer und dir. Laut Pressetext trafst du Daniel das erste Mal an einer Zughaltestelle. Welch ein seltsamer Ort, um eine Band zu gründen. Würdest du - natürlich nur in künstlerischer Hinsicht - von 'Liebe auf den ersten Blick' sprechen?

Eigentlich haben wir uns das erste Mal auf dem Weg zum Lidl getroffen, hahaha! Daniel und ich waren Nachbarn in Hamburg, auch wenn uns das damals noch nicht bewusst war. Ich wurde auf seinen Nile-Backpatch aufmerksam und fragte ihn, ob an besagtem Abend ein Konzert stattfinden würde. Ich wollte das Eis brechen, doch sein Englisch war gebrochen und mein Deutsch furchtbar und er zudem etwas zurückhaltend, so dass wir nur wenig miteinander sprachen. Wir trafen uns zwei weitere Male auf Konzerten, doch erst beim dritten Mal kam er auf mich zu und wir sprachen über Musik und bemerkten zudem, dass wir Nachbarn waren. Am nächsten Tag schickte er mir ein paar Demoaufnahmen. So fing alles an.

IMPLORE   DepopulationChristian Bass von Heaven Shall Burn spielte die Drums auf 'Depopulation' ein, obwohl eure Band mit Michael einen Schlagzeuger hat. Weshalb ist dieser nicht auf dem Album zu hören?

Christian war unser erster Drummer, als er vor zwei Jahren in Hamburg lebte und wir die ersten Proben absolvierten. In dieser Zeit half er bei HSB aus und stieg schließlich als Vollzeitmitglied bei ihnen ein, so dass die Situation für alle schwierig wurde und er daher austrat.
Als wir nun das Album aufnehmen wollten, musste Michael Doppelschichten machen, um seine Fehlstunden für eine bevorstehende US-Tour wieder gutzumachen. Er musste sich entscheiden, ob er lieber die Aufnahmen machen oder aber auf die Tour gehen wolle. Er ging mit uns auf Tour und Christian sprang im Studio ein. Das ist der Grund, warum die Dinge so gelaufen sind.

Du kommst aus Argentinien und hast auch in Barcelona und Los Angeles gelebt. Bitte beschreibe deine Eindrücke des täglichen Lebens im Allgemeinen sowie der Metal-Szene bezogen auf diese unterschiedlichen Orte. Wie würdest du deine Gefühle Hamburg gegenüber beschreiben, wo du derzeit lebst?

Ich wurde in Argentinien geboren und zog mit meiner Familie nach Barcelona, als ich dreizehn war. Mit 21 fing ich mit dem Tätowieren an und lebte einige Zeit in LA, verbrachte anschließend elf Monate in Süddeutschland, nur um wieder nach LA zu ziehen. Ich bin schon irgendwie entwurzelt und somit daran gewöhnt, an verschiedenen Orten zu sein und zu leben. Gerade während ich deine Fragen beantworte, befinde ich mich in Berlin, dabei auf dem Sprung nach Kiel.
Ich bin bereits so häufig umgezogen, dass ich kein Problem damit hätte, obdachlos zu sein oder von dem einen auf den anderen Tag umziehen zu müssen. Möglicherweise nervt es mich an, zu lange an einem Ort zu verweilen, haha!
Die Metal-Szene in Buenos Aires beispielsweise ist sehr leidenschaftlich. Ich sah mir etliche Shows in den letzten Jahren an und habe festgestellt, dass lokale Bands durchaus Bekanntheit erlangen können. Allerdings schaffen sie es aufgrund ökonomischer Nachteile nicht, bis in die Staaten oder nach Europa vorzudringen.
Barcelona hingegen sollte sich als europäische Metropole mit einer soliden Währung in einer deutlich besseren Lage befinden. Es gibt einige sehr gute Bands aus Spanien, beispielsweise die recht bekannten Looking For An Answer, Wormed, Toundra oder Angelus Apatrida. Das Problem an Spanien ist eine Art musikalische Verzögerung: einige Leute wollen nichts riskieren, weil ihr Umfeld ihnen behagt und sie mit diesem zufrieden sind; andere verstehen nicht, dass man als Band touren muss, anstatt innerhalb eines Jahres in der selben Region zu bleiben und vielleicht 20 Gigs zu spielen. Davon abgesehen denke ich, dass der Wille und die Hingabe, das zu tun, was man als Band tun sollte, entscheidend sind und nicht der Ort, von dem man stammt.
Ich liebe Hamburg. Die besten Tage meines Lebens habe ich an diesem Ort verbracht. Es ist eine wunderbare Stadt voller Veganer-Läden, Konzertlocations und Bars. Die Metal-Szene ist zwar auf dieselben 50 Gesichter pro Veranstaltung reduziert, doch bevor wir Implore gründeten, besuchte ich jedes Konzert, hauptsächlich im Hafenklang, wo ich drei bis fünf Nächte die Woche feierte. Ich entdeckte großartige Bands und schloss gute Freundschaften.

In meiner Review umschrieb ich eure Musik als eine Mischung aus Grindcore, Crust, schwedischem Death Metal und Straight-Edge-Core. Stimmst du mir bei? Was sind eure Haupteinflüsse?

Ich denke, das passt, obwohl ich der einzige in der Band bin, der straight edge ist. Aber ja, letztendlich kann man von einer Mischung aus allem sprechen. Einige Leute sagen, wir seien Hardcore; andere bezeichnen uns als Grindcore und wieder andere sehen uns als Metal-Band. Im Endeffekt ist es mir egal, solange jemand unseren Sound genießt. Wir spielten diverse Shows mit recht verschiedenen Line-ups und sind damit recht zufrieden. Daniel und ich kommen aus der Hardcore-Szene, der Michi hört vornehmlich Brutal Death Metal und schwarzmetallischen Kram. Alles vermengt ergibt unseren Sound sowie unsere Performance auf der Bühne.
Bands wie Nasum, Trap Them, Nails, Rotten Sound, Bloodbath, Entombed - nur um einige zu nennen - beeinflussen uns am Stärksten.

Ihr habt in der Vergangenheit bereits einige Touren hinter euch. Was magst du lieber: live zu spielen oder Musik aufzunehmen?

Ich genieße regelrecht alles, was mit der Band zu tun hat, ob nun das Touren, die Aufnahmen, das Proben, das Komponieren usw. ... Alles hat seinen Reiz und macht Spaß. Über alle Maße liebe ich das Reisen, insbesondere wenn es mit der Gelegenheit, unsere Musik zu spielen, verbunden ist!

Es tut mir leid, aber ich kann mir die folgende Frage nicht verkneifen: Gibt es Döner-Läden in Argentinien?

Ich wuchs am Stadtrand von Buenos Aires auf, genauer gesagt in einer von Deutschen beeinflussten Gemeinde. Wir hatten je zwei deutsche Schulen und Sportvereine. In den 90ern gab es dort zudem viele Bäckereien und Biergärten. Ich kann mich daran erinnern, dass 1997 ein Typ aus Bremen dort einen Döner-Laden eröffnete, der sich nicht allzu lange halten konnte. Dort aß ich meinen ersten Döner, der, wenn ich ehrlich bin, köstlich war.

In letzter Zeit werden immer wieder Stimmen in den Medien laut, die von einer neuen Welle des Rassismus und der Intoleranz gegenüber fremden Menschen berichten. Wie empfindest du, selbst Ausländer, Derartiges?

Meine Situation ist nicht ansatzweise vergleichbar mit jener der Flüchtlinge beispielsweise aus Syrien oder Palästina. Mich hat man niemals wegen meiner Herkunft diskriminiert. Ich weiß aber, dass es schwierig ist, Orte aufzusuchen und die dortige Sprache nicht sprechen zu können; wenn erschwerend hinzu kommt, dass man nicht weiß, wie es oder man selbst weitergeht, wird es kritisch.
Meine Großeltern waren Migranten aus dem Zweiten Weltkrieg und kamen aus Russland, Spanien und Italien. Ich weiß also, dass niemand dort bleiben möchte, wo er getötet werden könnte oder in ständiger Angst leben muss.
Die Staatenlenker heute und die Kolonialherren der Vergangenheit sind sich darin gleich, dass sie Menschen aus schwächeren und weniger entwickelten Staaten unaussprechliche Gräuel antaten sowie -tuen. Um dem zu Entkommen, suchen die Menschen eine Möglichkeit, ihr Leben besser zu führen. Wir alle wollen dies.
Meiner Meinung nach sollten Menschen, die ein Problem mit fremden Menschen haben, mehr reisen und die Welt und ihre mannigfaltigen Kulturen kennenlernen, um zu erkennen, dass ihre eigene Wohnsituation vielleicht nicht unbedingt adäquat ist und sie vielmehr in eine Landschaft umsiedeln wollen, in der sie selbst die Immigranten sind. Dann überdenken sie vielleicht ihre Engstirnigkeit.

Stell dir vor, ein magischer Spiegel würde dir drei Wünsche erfüllen. Wie sähen die aus?

Vollzeit auf Tour zu gehen, dabei gut bezahlt zu werden und dies so lange zu machen, bis ich alt bin.

Deine Gelegenheit, Worte an die Welt zu richten.

Erneut vielen Dank dafür, dass ihr euer Augenmerk auf uns Newcomerband richtet. Wir sind hocherfreut darüber, dass sich die Presse und die Medien für unsere Musik interessieren. Wir danken allen Leuten, die uns auf welche Weise auch immer unterstützen sowie unserem Label und unserem Promoter, die beide einen großartigen Job bezüglich der Vermarktung unseres Albums machen. Cheers! Wir sehen uns on the road!

Vielen Dank und noch viel Spaß weiterhin.

Kai Ellermann

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