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Melkor im Interview

Das neue Album von Melkor hat mich voll und ganz überzeugt und nach dem Interview mit Patrick, dem einzigen Bandmitglied bin ich nun auch im Bilde, warum es eigentlich wenig Sinn macht, ihn nach seinen alten Wirkungsstätten zu befragen und wie mühsam und teuer es sein kann, wenn man alles allein zu stemmen und zu verantworten hat! Aber lest selber die erfrischend ehrlichen Antworten des Herrn Baumann:

melkor bearbeitet 1

(Bildquelle: Band/Facebook)

Sei gegrüßt Patrick, erst mal Glückwunsch zum mehr als gelungenem neuen Album! Die Veröffentlichung von "Irrlicht" ist nun schon einige Wochen her, mit etwas Abstand: Wie zufrieden bist Du a) mit Deiner ganz persönlichen Leistung und b) mit den Reaktionen von Fans und Kritikern?

a) Ich bin nach wie vor sehr zufrieden mit dem Album, wie es ist – ich hätte es aus meiner Sicht nicht besser machen können, höchstens anders, und das gilt schließlich immer. Das soll nicht heißen, dass ich mich oder meine Musik für perfekt halte, sondern dass ich weiß, dass ich mein Bestes getan habe. Und das Ergebnis gefällt mir auch mit dem besagten Abstand immer noch, worüber ich sehr froh bin.

b) Glücklicherweise sind gute Reviews nicht mein Beweggrund, Musik zu machen. Ich lasse mich auch in musikalischen Fragen nicht durch Urteile von außen beeinflussen, sondern richte mich nach dem eigenen Gespür – anders ist das für mich nicht vorstellbar. Daher wäre eine Antwort auf diese Frage eigentlich irrelevant.

Eigentlich ist Melkor ja eine komplette Solo-Sache. Soweit ich weiß, hattest Du beim Vorgänger "Ferne" Unterstützung an den Drums von Matthias Rödig, deinem Bandkollegen von Nocte Obducta. Wurdest Du auch diesmal von befreundeten Musikern unterstützt?

Nein, diesmal nicht. Den Gesang habe ich in den Räumen und mit dem Mikro eines befreundeten Musikers aufgenommen, ebenso die klassischen Gitarren, aber über solche „logistischen" Dinge hinaus war kein Außenstehender involviert.

Nervt es Dich eigentlich, dass immer wieder nach Deinen alten Bands gefragt wird, obwohl es ja eigentlich um Melkor gehen sollte? (Einzige Frage zum Thema, versprochen!)

Es nervt mich bisher nicht, ich denke nur, dass man sich von der Antwort vielleicht zu viel erwartet. Meine damalige Rolle in diesen Bands war eher die eines zeitweiligen Live-Musikers ohne kreativen Input, es ging also weniger tief, als man sich das vielleicht vorstellt. Abgesehen davon gab es da nie irgendeine künstlerische Zusammenarbeit. Von einer stilistischen Nähe zueinander kann man auch nicht sinnvoll sprechen, deshalb gehen diese Fragen aus meiner Sicht etwas ins Leere. Aber ich kann verstehen, warum man fragt – es ist einfach naheliegend.

Schon das erste Album "Ferne" war ausgesprochen gut, kann meiner Meinung nach mit "Irrlicht" aber nicht ganz mithalten. Wie siehst Du selber die Unterschiede zwischen den beiden Platten? Wo hast Du Dich verändert, weiterentwickelt!

Ich sehe „Ferne" als etwas chaotischer, eher ein Tummelplatz verschiedener Stilexperimente und Extreme, während ich bei „Irrlicht" eine Entscheidung für einen Stil getroffen habe, der auch über die volle Spielzeit durchgehalten wird. Für mich bedeutet das einen Fortschritt gegenüber „Ferne", da das, was ich mit Melkor vermitteln will, hier in einer konzentrierteren, intensiveren Form zu finden ist. Ich halte „Irrlicht" daher für das reifere Album.

Du hast Melkor bereits 2004 gegründet, das Projekt lag aber einige Jahre quasi auf Eis. Hast Du in dieser Zwischenzeit trotzdem an Songs für Melkor gearbeitet, oder zumindest Ideen gesammelt? Und wenn ja, finden sich davon auch noch Spuren auf "Irrlicht"?

Auf „Irrlicht" finden sich manche Songs und Riffs, die es schon gab, als „Ferne" noch nicht fertig war. Der Entstehungsprozess hat sich also über einige Jahre hingezogen. Die jüngsten Ideen stammen vielleicht aus dem Jahr 2013. Ich habe generell sehr viele Ideen und teils auch ganze Songgerüste angesammelt, aber es war sehr viel Aussortieren und Entschlacken nötig, bis ich das Gefühl hatte, ein Album zu haben. Was im Papierkorb gelandet ist, ist also ein Vielfaches von dem, was jetzt auf der CD zu hören ist. Ich muss ehrlich sagen, dass ich diesen Prozess kaum beeinflussen kann, weshalb ich auch keinen festen Zeitplan für die nächste Veröffentlichung habe – abgesehen davon, dass es mir sehr recht wäre, wenn es diesmal nicht wieder fünf – sechs Jahre dauert.

Ist es eigentlich ein permanenter Vorteil, eine "Ein-Mann-Band" zu sein, oder gibt es Momente in denen Du auch gerne andere Musiker zur Unterstützung um Dich hättest?

Es gibt Momente, in denen ich gern den passenden Tontechniker mit Studio hätte, der sich um die ganze technische Kleinscheiße kümmert... Davon abgesehen, nein. Es hat einige Experimente in dieser Richtung gegeben, daher kann ich heute sagen: Melkor funktioniert am besten als Soloprojekt.

melkorKommen wir zu Deinen Texten. Auch die sind weit entfernt von irgendwelchem 08/15 Klischee-Scheiß. Kannst Du dem Teil unserer Leser, die Dein Album noch nicht besitzen, einen kleinen Einblick in die Themenwelt auf "Irrlicht" geben?

Es hat immer etwas Aufgesetztes, sich über lyrische Texte auf eine beschreibende oder nacherzählende Art zu äußern. Eigentlich sollen die Texte für sich selbst sprechen, keine Geschichten erzählen und keine Botschaften vermitteln, aber ich will trotzdem versuchen, zumindest einen kleinen Hinweis zu geben: Wer genau hinschaut, findet hier und da Anklänge an Schopenhauer, und wenn es so etwas wie ein durchgehendes Motiv gibt, könnte man das als „Ambivalenz der Natur" umschreiben. Auch der Titel „Irrlicht" hat mit diesem Leitmotiv zu tun.

Wovon wirst Du beim Schreiben Deiner Texte inspiriert?

Von der Musik. Die ist immer zuerst da und die Texte dienen zunächst einmal der Phrasierung und Einbettung des Gesangs, haben also in erster Linie musikalische Funktion. Ohne ein musikalisches Fundament schreibe ich anders. Natürlich sind auch der Inhalt und die genaue Wortwahl wichtig, aber sie sind dem musikalischen Aspekt untergeordnet. Und Inspiration kommt generell aus dem ganzen Leben, aus der Gesamtheit der Erfahrungen, die man macht.

Du hast (genau wie den Vorgänger) Deine CD ohne Label herausgebracht. Da ich mir nicht vorstellen kann, dass Dich überhaupt kein Label haben wollte, gehe ich mal von einer bewussten Entscheidung aus. Was sind die Gründe für diesen Schritt?

Nicht überhaupt kein Label, aber nur wenige, und diese auch nicht mit ernstzunehmenden Angeboten oder entsprechendem Auftreten. Ich hätte nichts dagegen, mit einem Label zusammenzuarbeiten, da die Musik so mehr Verbreitung finden würde, aber wenn selbst dieser Aspekt eher minimal ist und ich darüber hinaus so gut wie keine anderen Vorteile für mich bei der Sache sehe, macht es keinen Sinn und läuft oft genug auf billige Abzocke hinaus.

Was für Vor- und Nachteile hat eine solch komplette Eigenarbeit?

Der Vorteil ist, dass ich tun und lassen kann, was ich will und Einnahmen mit niemandem teilen muss. Der Nachteil ist, dass ohne Label nur eine winzige Zahl von Menschen überhaupt etwas von der Band mitkriegt. Das ist zwar schade, aber es rechtfertigt immer noch nicht, jedes beliebige Angebot sofort anzunehmen. Bekanntheit gerne, aber nicht um jeden Preis.

Wie sieht das mit den Kosten für solch eine Eigenproduktion aus! Hält sich so was in Grenzen, oder musst Du finanziell schon an die Grenzen (oder sogar darüber hinaus?) gehen, um Deinen Traum zu ermöglichen?

Es sind happige Ausgaben, allerdings habe ich da schon etwas gegensteuern können, indem ich die Produktion selbst übernommen habe – hätte ich ein Studio buchen müssen, wäre es ernsthaft in den Bereich des Unmöglichen gegangen. Gewinn zu machen oder auch nur unterm Strich auf Null zu kommen kann ich jedenfalls vergessen. Die Musik ist also ein Luxus, den ich mir leiste. Das trifft aber auf 99% aller Musiker zu, leider.

Die Musik, die Du erschaffst wird von vielen als "melancholischer", "romantischer", oder "melodischer" Black Metal beschrieben? Kannst Du mit solchen Formulierungen leben und wie würdest Du selber Deine Musik beschreiben?

„Romantisch" würde ich streichen, die anderen beiden sind als Beschreibungen sicher teilweise zutreffend. Mir fällt es selbst schwer, meine Musik zu kategorisieren, abgesehen davon, dass ich sicher bin, dass sie irgendwie ins Genre Black Metal fällt (wenn man es nicht puristisch versteht). Ich denke aber, dass sie keiner gängigen Einordnung vollkommen entspricht und keinen Versuch darstellt, irgendjemanden oder –etwas nachzuahmen. Vielleicht stellt das auch ein Problem bei der Vermarktung dar, aber sei's drum ...

Egal wie man die Musik beschreibt, sie ist weit vom sogenannten "klassischem" Black Metal entfernt. Wie hast Du genau diese Art der Musik für Dich entdeckt und könntest Du Dir vorstellen, auch mal ein reines "Knüppel-Black Metal" Album einzuspielen? (So in Richtung "Panzerfaust" von Marduk o.ä.?)

Es ist eine eher intuitive Sache, die Stilmittel zu wählen, mit denen man ein schlüssiges Ganzes erschaffen kann. Bislang hat es sich so ergeben, dass die Musik langsamer ist, weil die schnellen Parts (die es in der Entwurfsphase durchaus gab) sich irgendwie unnatürlich und falsch angefühlt haben, also das Gesamtbild gestört haben. Ich kann nicht vorher planen, ob etwas schnell oder langsam, hart oder weich wird – was kommt, das kommt. Dementsprechend würde ich auch eine härtere Gangart nie ganz ausschließen. Wenn es sich richtig anfühlt, wird es gemacht. Aggression ist aber bisher sicher nicht der Aspekt gewesen, der mir am wichtigsten war. Es bleibt am Ende immer das übrig, was sich natürlich zusammenfügt.

Wie bist Du überhaupt zum Metal gekommen, welche Bands waren Deine Einstiegsdroge?

Als ich zehn oder elf war, habe ich eine Kassette mit verschiedenen Hardrock-Bands in die Finger bekommen, AC/DC, Accept usw... Danach ging es sehr schnell weiter durch das komplette Metal-Programm und etwa ein Jahr später landete ich bei Death Metal, Grindcore und Konsorten. Ganz am Anfang habe ich immer härtere Musik gesucht, aber in dieser Hinsicht war der Gipfel schnell erreicht. Im Black Metal habe ich dann einen Stil gefunden, der mich tief berührt und nachhaltig geprägt hat, auch abseits vom reinen Aspekt des Extremen.

Welche Bands inspirieren Dich bei Deiner Arbeit für Melkor?

Vielleicht teilweise Summoning, was das Feeling und die Melodieführung betrifft. Vielleicht zum Teil die frühen Emperor. Aber das kann ich immer nur nachträglich feststellen, beim Schreiben der Songs ist mir das nicht bewusst.

Was hörst Du so privat? Welche Alben haben Dich in letzter Zeit so richtig begeistert?

Ich höre ehrlich gesagt ziemlich wenig Musik, und wenn, dann nur selten etwas Neues. Ich brauche relativ viel Zeit, um Musik zu verarbeiten und für mich einzuordnen, daher bringt es mir überhaupt nichts, sie nebenbei zu hören. Aber wenn ich zwei Bands nennen sollte, die ich mitverfolge und die mir auch mit ihren neueren Alben noch immer etwas geben, wären es im Moment Drudkh und Taake.

Für ein Solo-Projekt stellt es sich ja immer recht schwierig dar, auf der Bühne aufzutreten. Hat es trotzdem schon Konzerte von Melkor gegeben, oder sind welche für die Zukunft geplant?

Hat es nie gegeben und wird es wahrscheinlich auch nie geben – dafür müssten so viele verschiedene Faktoren zusammenkommen, dass das einfach sehr unwahrscheinlich ist. Ich bin auch kein großer Konzertfan und der Meinung, dass Musik bei ihrer Live-Aufführung so gut wie immer verliert. Da findet eine teils sehr bittere Entzauberung statt, die nichts mehr mit dem inneren Erlebnis zu tun hat, das ein Album bieten kann. Ich bin Versuchen nicht grundsätzlich abgeneigt, aber ich glaube nicht daran, dass das klappen würde.

Was sind im Allgemeinen die nächsten Pläne für Melkor?

Wenn die Zeit reif ist, wird es neue Songs geben, mehr kann ich dazu im Moment nicht sagen.

Die berühmten letzten Worte sollen Dir gehören!

Danke für das Interview und dafür, dass du nicht nur Standardfragen gestellt hast! Updates zu Melkor und CDs/Files zum Kaufen gibt es auf diesen Seiten: https://www.facebook.com/thetruemelkor http://melkor.bigcartel.com/ http://melkor.bandcamp.com/

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen!

Christian Hemmer

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