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Thulcandra im Interview

Sie gelten als die einzig würdigen Nachfolger von Dissection, obwohl ich finde, dass man Thulcandra mit diesem ständigen Vergleich nur ansatzweise gerecht wird. Was die Kollegen selber zum neuen Album sagen und warum Napalm Records diesmal auch 'ne Vinyl-Version spendiert hat, lest Ihr im folgenden Interview:

thulcandra2015

(Bildquelle: Napalm Records)

Seid gegrüßt! Erst mal Glückwunsch zum hervorragenden neuen Album! Die Kritiken, die ich bislang gelesen habe waren sehr gut bis euphorisch. Ist das für einen Künstler der wahre Lohn für die viele Arbeit?

Das Gefühl die eigene Platte als CD und Vinyl in den Händen zu halten übertrifft nichts. Die Kritiken aus der Presse, von Freunden und unserer loyalen Fanbase lesen bzw. hören wir selbstverständlich auch. Die Kritiken fallen bislang sehr positiv aus und „Ascension Lost" wird allerorten gut aufgenommen. Durch die vielen Rezensionen, Interviews und Berichte erhöht sich die Zahl der Anfragen für Liveshows erheblich, was uns natürlich sehr freut.

Die Fans müssen ja noch ein paar Tage warten (die Interviewfragen wurden Ende Januar abgeschickt – Nnm .Sven). Gibt es für Euch einen Unterschied zwischen den Meinungen von Kritikern und Fans? (Wobei sich das ja sicherlich oft überschneidet!)

Man sieht auf den ersten Blick ob sich ein Kritiker die Zeit genommen hat in ein Album einzutauchen, Songs und Texte mehr als einmal anhört oder liest und mit der Materie etwas anfangen kann. Fundierte Kritik kann gut oder negativ ausfallen, das empfinde ich nicht als störend. Das Feedback unserer Fans und nahen Freunde ist mir persönlich wichtiger, denn die Alben sind für genau diese Leute und uns geschrieben, produziert und veröffentlicht worden. Mich freut es, wenn jemand die Detailarbeit im Artwork, Layout, der Produktion und der Songs selbst honoriert. Das zeigt uns, dass sich jemand die Zeit nimmt in unseren Kosmos einzutauchen und mit dem Kopf und Bauch jede Klangfarbe aufnimmt. Viele Fans schreiben auch für Magazine und anders herum.

Was sagt Ihr denn selber zum Ergebnis? Seid Ihr voll und ganz zufrieden, oder gibt es hier und da noch Sachen, die Ihr im Nachhinein noch verbessern würdet?

„Ascension Lost" ist musikalisch, textlich und in der Produktion exakt nach unseren Vorstellungen ausgefallen. Wir schreiben nie dieselbe Platte, daher gibt es sicherlich Dinge die wir bei einer neuen Aufnahme anders angehen werden, allein schon um uns selbst herauszufordern. Der Gesamtsound ist sehr direkt, pur und ungeschönt. Die Produktion kommt unseren Vorstellungen einer geradlinigen, klassischen Heavy Metal Platte schon sehr nahe.

So wahnsinnig viel hat sich an Eurem Sound ja gar nicht geändert, obwohl ich persönlich finde, dass das neue Album noch deutlich homogener geworden ist, keine bloße Ansammlung von Songs, sondern wie eine gewachsene Einheit erscheint. Wie seht Ihr das selber?

Vielen Dank für das Kompliment. Die Unterschiede liegen ganz deutlich in der Herangehensweise, die diesmal noch puristischer, wenn auch noch exakter vorbereitet, ausfiel. Während „Under A Frozen Sun" in seiner Gänze auskomponiert wurde, entstand das Groß von „Ascension Lost" klassisch mit einer Gitarre in der Hand und Arrangements aus dem Bauch als aus den üblichen Schemen. Die einzelnen Stücke sind stark auf direkten Riffs denn auf Soundcollagen aufgebaut und sind meiner Meinung nach stringenter aufgebaut. Das bewusste Spielt mit Dynamik und dem Einsatz von Akustik Gitarren in den Songs, einem Instrumental und dem Outro haben wir diesmal konsequenter umgesetzt. Einzelne Songs müssen atmen können um ihre Wirkung vollends zu entfalten. Ein Stück wie „Exalted Existence" wirkt deutlich brutaler wenn dem zu Beginn einsetzendem Blastbeat ein akustisches Zwischenspiel voran gestellt wird. Auch die kleinen, eher im Hintergrund gehaltenen Orchestrationen und einzelne Streicher lassen die einzelnen Songs breiter wirken und die Hördimensionen ein wenig auszuweiten.

Wie intensiv setzt Ihr Euch mit dem "musikalischen Layout" eines Albums auseinander? Zum Beispiel wie viele Songs auf das Album kommen oder in welcher Reihenfolge. Wird so was penibel von Euch ausgetüftelt, oder passiert das eher spontan?

Die Songreihenfolge setzte sich ganz natürlich aus Sebastian Ludwigs Texten und seinem lyrischen Konzept zusammen. Letztlich musste sich die Musik den Texten unterordnen anstatt wie üblich die Texte der Musik. Das Outro stand als solches natürlich schon fest, wobei es mir diesmal ein Anliegen war kein separates Intro zu schreiben sondern ein einziges Stück das die Introfunktion und „Hineinwachsen" in die Platte zu ermöglichen. Dadurch ergab es sich den längsten Song an den Anfang der CD zu stellen.

Gibt es aus der Zeit des Komponierens noch Songs, die es nicht aufs Album geschafft haben (aus welchen Gründen auch immer), oder hört man einfach irgendwann auf, wenn man genug Material für ein Album hat?

Mein Ziel ist es ein Album zwischen 45-50 Minuten anzulegen um den Zuhörer nicht mit Überlänge zu langweilen oder mit einer knappen halben Stunde abzuspeisen. Letztlich ist es eine Bauchentscheidung wann eine Platte abgeschlossen werden kann oder es noch weiterer Arbeit bedarf. Aus den Aufnahmen blieben keine Stücke liegen, allerdings sind definitiv noch viele Ideen unausgearbeitet in meinen Archiven.

Thulcandra   Ascension LostAn den Trommeln hat es einen Wechsel gegeben (Erebor hat Seraph ersetzt), was waren die Gründe für die Trennung und wie schnell habt Ihr Euren neuen Mann gefunden? Hat Erebor auch schon am neuen Album mitgeschrieben?

Seraph wohnt und arbeitet seit vielen Jahren in Rotterdam, den Niederlanden als professioneller Drummer. Die Distanz von etwa 1000 Kilometern macht regelmäßige Proben fast unmöglich, zudem konnten wir verschiedene Angebote Konzerte in der Vergangenheit nicht annehmen. Erebor kommt ebenfalls aus München und ist noch bei Secrets Of The Moon aktiv. Wir haben den gleichen Freundeskreis und fanden binnen wenigen Proben heraus, dass wir sehr gut miteinander arbeiten können. „Ascension Lost" wurde noch von Seraph eingespielt, Erebor hingegen war hier noch nicht eingebunden.

Wie sieht das Komponieren überhaupt bei Euch aus, macht Ihr das zusammen, oder teilt Ihr Euch das irgendwie auf?

Dieser Prozess ändert sich ebenfalls von Album zu Album. Während wir bei den Vorgängern viele Stücke gemeinsam schrieben und gerade Sebastian Ludwig und ich uns sehr gut ergänzten, teilten wir diesmal das Texten und Komponieren untereinander auf. Während Sebastian jeden Text des Albums verfasste schrieb ich die passende Musik. Wir setzen uns hier keine Grenzen, wer weiß, wie wir die nächste Produktion angehen.

Vom Komponieren ist man schnell bei den Texten. Wer schreibt diese bei Euch und was sind so die behandelten Themen?

Sebastian Ludwig hat sich vollends der lyrischen Umsetzung verschrieben und erarbeitete binnen mehrerer Monate ein Textkonzept basierend auf John Miltons „Paradise Lost", einem Klassiker der englischen Literatur das vom Aufstieg und Fall eines Erzengels berichtet. Primär handelt es abseits des religiösen Mantels vom freien Willen des Individuums, streng nach der Vorlage Miltons.

Ihr habt Euch von Kollege "Necrolord" wieder ein herrliches Cover zaubern lassen. Ist es eigentlich Absicht, dass das Artwork wieder im "Dissection-Blau" gehalten ist, so nach dem Motto "Wen man uns schon ständig mit den Schweden vergleicht, dann ziehen wir das erst recht durch"?

Kristian, The Necrolord, Wahlin hatte freie Hand bei der Wahl des Covermotivs. Zu Beginn der Produktion erhielt er unsere komplette Vorproduktion, alle Texte und einige Ideen und verschiedene Vorlagen und Beispiele was wir uns als Band vorstellen könnten. Letztlich ist es aber Kristians Entscheidung wie das Cover ausfällt. Wir sind sehr zufrieden mit seiner Arbeit und sind stolz darauf einen klassischen Maler der noch in Öl zeichnet für uns gewinnen zu können.

Bei unserem letzten Interview haben wir uns über eine mögliche Vinyl-Version von "Under a frozen sun" unterhalten, die ja leider nicht verwirklicht werden konnte. Nun gibt es "Ascension lost" Gottseidank als schöne Gatefold-Doppel-LP. (Je 100 sogar in Blau oder Gold.). Habt Ihr Napalm Records erfolgreich bearbeitet, oder sind die von ganz allein schlauer geworden?

Wir haben uns seit jeher über mögliche Vinyl Veröffentlichungen ausgetauscht und sind zusammen der Meinung gewesen es nun endlich mit einer LP zu versuchen. Die Resonanz war unerwartet gut – nur einen Tag nach dem offiziellen Release waren die für uns gepressten 100 Exemplare der GOLD Edition bereits vergriffen. Blau und Schwarz werden in den nächsten zwei Wochen ebenfalls ausverkauft sein. Aufgrund des Erfolges diskutieren wir nun tatsächlich eine Veröffentlichung der ersten beiden Alben auf Vinyl. Mehr dazu folgt in Kürze.

Ist es richtig, dass die goldene Version (die es nur über Eure Homepage gab) schon ausverkauft ist? (Ich habe mir noch rechtzeitig ein Exemplar gesichert!)

Ja, einen Tag nach dem Release waren alle Exemplare verkauft. Wir sind natürlich mehr als stolz darauf und die Doppel-LP sieht mit dem Albumcover, allen Texten und der jeweiligen Farbe machen schon etwas her. Hier haben Napalm Records wirklich wieder hervorragende Arbeit geleistet und zusammen mit uns als Band am bestmöglichen Ergebnis gearbeitet.

Als Bonus gibt es auf der LP noch die vier Songs Eures "Perishness Around Us" Demos. Eine schöne Idee, denn die damalige CD ist ja sicher schon lange völlig vergriffen, oder?

Diese Aufnahmen wurden niemals veröffentlicht da wir zur damaligen Zeit mit dem Ergebnis unzufrieden waren. Wir hatten nur die rohen Aufnahmen, ganz ohne Mix und Mastering. Dementsprechend klang das Material. Nur kurze Zeit nach den Aufnahmen nahm sich unser damaliger Gitarrist und Mitbegründer der Band das Leben und die Songs waren schnell vergessen. Nachdem nun immer wieder Fans nach den ersten Gehversuchen Thulcandras fragten und wir mit „Ascension Lost" nun zehn Jahre nach den Aufnahmen ein gutes Timing erwischten, entschieden wir uns die Sessions zusammen mit V.Santura in den Woodshed Studios endlich professionell zu mischen und das Kapitel abzuschließen. Persönlich sehe ich es als Dank und Respekt gegenüber unseren ehemaligem Bandmitgliedes diese Songs nun in ordentlicher Form endlich veröffentlicht zu haben.

Gibt es für "Nicht-Plattenspieler-Besitzer" (soll es ja geben!) auch irgendwie die Möglichkeit, an die Songs heranzukommen?

Die CD-Erstauflage des neuen Albums kommt im schicken Digipak und hat als Bonus alle vier Songs des „Perishness Around Us" Demos zu bieten. Auch hier ist die erste Auflage schon fast vergriffen.

Seid Ihr auch Liebhaber von Vinyl (vielleicht sogar Sammler?) oder auch den guten alten Kassetten?

Meine LP Sammlung ist überschaubar, wenngleich ich mir gerne mit Sorgfalt aufgearbeitete Re-Releases auf Vinyl zulege. Die Klassiker von Sacramentum, Dawn, Darkthrone, Death und The Moaning besitze ich in mehreren Versionen. Mit Kassetten kann ich weniger anfangen, wenngleich noch diverse Kisten mit alten Tapes in meinem Keller verfaulen.

Was hört Ihr selber gerne, bzw. welche Bands/Alben haben Euch in der letzten Zeit so richtig begeistert?

Meine Top10 sind derzeit:
Mastodon – Once More ‚round the Sun
Suffocation – Pinacle of Bedland
Beyond Creation – Earthborn Evolution
Camel – Mirage
Symphony X – Paradise Lost
Gorguts – Colored Sands
Hypocrisy – Hypocrisy
Unanimated – Ancient God of Evil
Dawn – Slaughtersun
Celtic Frost – To Mega Therion

Was sind die nächsten Pläne für Thulcandra?

Wir konnten verschiedene Festivals bestätigen und treten dieses Jahr auf dem Ragnarök Festival, dem Kaltenbach Open Air und einigen anderen für uns exklusiven Shows auf. Wir suchen noch nach der richtigen Tournee zum richtigen Zeitpunkt und hoffen auf viele gute Konzerte in den nächsten Jahren.

Die letzten Worte gehören Euch!

Vielen Dank für das Interview und die interessanten Fragen.
Steffen Kummerer

Vielen Dank für das Interview!!

Christian Hemmer

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