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Burial Vault im Interview

In letzter Zeit sind verdammt viele sehr gute CDs aus der melodischen Death Metal Ecke geklettert. Zu einer der besten Bands gehört meiner Meinung nach Burial Vault, eine neue, junge Formation aus dem Emsland. Sie waren so freundlich, mir für ein paar knallharte und investigative Fragen zur Verfügung zu stehen ...

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Tach Jungs. Geile Scheibe habt Ihr da eingetrümmert! Da Ihr den allermeisten Leuten noch völlig unbekannt sein dürftet, erzählt doch mal kurz was über Euch und die Geschichte der Band!!

Danke für die Blumen. Es freut uns, dass euch die Scheibe gefällt.
Unsere Band besteht nun schon seit 2006 und wir würden unseren Stil selbst als Melodic Death Metal mit Einflüssen aus Black Metal und Thrash Metal sowie progressiven Elementen beschreiben. Wir haben bisher zwei EPs („... There Is No Resort" und „Come To Grief") selbst veröffentlicht, bevor wir den Deal mit Apostasy Records ergattert haben. Seit ein paar Tagen ist jetzt unser Album „Ekpyrosis (Periodic Destruction)" draußen. Live haben wir bisher einige Konzerte und Festivals (u.a. Legacyfest 2009 und Metalfest Germany 2010) in ganz Deutschland und den angrenzenden Niederlanden gespielt.

Ihr habt in Eigenregei bereits 2 EPs heraus gebracht. Sind die noch erhältlich?

Die „There Is No Resort"-EP ist leider restlos ausverkauft, aber wir haben noch einige Exemplare unserer zweiten EP „Come To Grief". Bei Interesse könnt ihr uns einfach per Mail kontaktieren ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ).

Wie würdet Ihr selber Eure Entwicklung von den EPs hin zum aktuellen Album beschreiben?

Als wir seinerzeit begonnen haben, haben wir sehr unbedarft Musik gemacht. Unser Hauptkomponist war bereits zu diesem Zeitpunkt unser Gitarrist Tobias. Als wir dann unsere erste EP mit einem Bekannten unsererseits aufgenommen haben, wurde uns bewusst, dass sich schon so eine Art „eigene Handschrift" in der Musik abzeichnete. Für die zweite EP „Come To Grief" wurde dann schon konsequenter an diesem Stil gefeilt und die Einflüsse erweitert, was sich auch auf die Komplexität der Songs auswirkte. Nach dieser EP war uns klar, dass wir etwas „größeres" ausprobieren wollten. Wir hatten schon immer mit dem Gedanken gespielt irgendwann eine CD im Soundlodge mit Jörg Uken aufzunehmen, weil er mit God Dethroned eine unserer absoluten Lieblingsbands produziert hat und wir seine Arbeit im Allgemeinen sehr schätzen. Wir haben wirklich versucht das beste Album, das uns möglich war zu schreiben und aufzunehmen. Wir sind auch nach wie vor sehr zufrieden mit dem Album.

Jetzt seid Ihr beim Apostasy Label untergekommen, ein großer Schritt. Wie seid Ihr an den Kontakt gekommen?

2010 haben wir einen Auftritt in Bielefeld gespielt, bei dem auch Tomasz (der Labelboss) zugegen war. Er zeigte sich sehr begeistert von der Musik und wir hielten Kontakt. Nachdem wir unser Album aufgenommen hatten, war er einer der Ersten, der unser Album zu hören bekam. Er zeigte sofort Interesse die CD zu veröffentlichen und nachdem er die Regularien für sein Label gelegt hatte, war für uns klar, dass wir bei ihm signen würden.

burial vault- ekpyrosis periodic destructionLeider habe ich keine Lyrics zur Verfügung, daher die nächste Frage: Worum geht es bei Euch in Euren Texten? Gibt es vielleicht sogar ein Konzept?

Es gibt kein direktes Konzept, das hinter „Ekpyrosis (Periodic Destruction)" steckt, aber schon einen roten Faden. Wir haben schon immer sozialkritische Texte für die Musik geschrieben. Bei diesem Album haben wir dies noch weiter entwickelt.
Auf dem Album drehen sich alle Texte um die Abgründe der Menschheit. Durch die Kirche wurden im Mittelalter Menschen wahllos als Ketzer bezeichnet und dies zum Grund genommen, diese zu verfolgen und brutal zu foltern. Auch im Zweiten Weltkrieg bediente man sich eines künstlichen Feindbildes, das man dann verfolgen und richten konnte. Seit jeher ist dem Menschen nichts „heilig", um seine Aggression auf Unschuldige zu projizieren. Dabei machte man nicht einmal vor der Erfindung der Atombombe halt. Heutzutage machen die Regierungen die Bürger immer gläserner und der Bezug zur Realität geht für viele immer weiter verloren. Werte scheinen nicht mehr zu zählen.
Um all diese Themen geht es auf unserem Album. Daher auch der Titel „Ekpyrosis (Periodic Destruction)", der auf die alten Griechen zurück geht. Diese dachten damals, dass sich die Welt periodisch selbst zerstört und sich dabei der Weltuntergang im Feuer (Ekpyrosis) vollzieht. Danach entsteht die Welt im Palingenesis neu.
Wir haben diesen Mythos symbolisch auf die Menschheitsgeschichte übertragen und stellen unser Verhalten an den Pranger: Steuert die Menschheit auf ein neues „Ekpyrosis" zu und sind wir daran nicht selbst Schuld?

Burial Vault läuft unter dem Banner „Melodischer Death Metal". Ist das ok für Euch, oder drängt es Euch zu sehr in eine bestimmte Schublade, derer Ihr Euch gar nicht so sehr zugehörig fühlt?

Ich denke, es ist nicht vollkommen falsch, zumal wir uns eine Zeit lang selbst dieses „Banner" gegeben haben. Heute machen wir uns aber nicht mehr viel aus Schubladen. Wir mögen alle sehr unterschiedliche Musikrichtungen und wollen einfach nur gute Musik machen. Welches Genre am besten zu uns passt, kann jeder gerne für sich selbst entscheiden. Mit „Ekpyrosis (Periodic Destruction)" wurden wir bereits diverse Male in die Blackened Death Metal-Kiste gepackt und einmal sogar als Black Metal bezeichnet. Wir finden es sehr spannend, dass es da doch so verschiedene Auffassungen gibt. Nichtsdestotrotz liegen die Wurzeln klar im Melodic Death Metal, was heuer jedoch gerne mit Breakdowns und eher Metalcore-lastiger Musik in Verbindung gebracht wird, was auf uns definitiv nicht zutrifft.

Ich liege doch sicher nicht falsch, wenn ich vermute, dass ein Großteil Eurer musikalischen Vorbilder und Einflüsse aus der schwedischen Ecke kommen, oder?

Definitiv. Gerade in den Anfangstagen lagen immer alte In Flames-Scheiben, Amon Amarth, Dissection und Hypocrisy in unseren Playern. Wir haben auch schon immer viel Death aber auch Cannibal Corpse und Deicide gehört. Von daher kann man das nicht so pauschal sagen. Wobei man sicher deutlicher unsere schwedischen Lieblinge aus der Musik raushören kann ;)

Im Studio hat Euch Jörg Uken professionell unter die Arme gegriffen. War das erste Mal mit einem Produzent für Euch? Wie war es, gleich bei der ersten Platte mit einem solch renommierten Profi zusammen zu arbeiten?

Unsere EPs haben wir auch immer mit einem Außenstehenden aufgenommen und ich würde auch da die Atmosphäre bereits als sehr professionell bezeichnen. Mit Jörg zu arbeiten war dennoch eine besondere Angelegenheit. Wie zuvor erwähnt, waren wir alle Fans seiner Arbeit und wir hatten vollsten Respekt vor ihm. Er hat uns auch nach den Aufnahmen immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Seither ist er ein echter Freund für uns geworden und wir freuen uns immer, ihn wieder zu treffen.

Auch das Cover ist extrem geil und professionell geworden. Frage 1: Wer steckt als Künstler dahinter? Frage 2: Ein solch hübsches Cover schreit ja geradezu nach einer Veröffentlichung auf Vinyl! Ist da irgendwas geplant?

1. Der Künstler ist Remy von Headsplit Design, der auch schon mit Arch Enemy, Cryptopsy und Whitechapel gearbeitet hat. Ein sehr talentierter Mann. Wir finden, dass das Cover perfekt zu unserer „Definition" von Ekpyrosis passt. Die Natur rächt sich am Menschen und im Hintergrund sieht man bereits den Rauch des Feuers.

2. Wir haben noch nichts Näheres in Richtung Vinyl geplant, dennoch seid ihr nicht die Ersten, die danach fragen. Wir hätten definitiv Interesse daran. Wir müssten mal abwarten, was die Zeit für Antworten bringt. Wenn ein Interesse seitens der Hörer da ist, wären wir die Letzten die sich dagegen stellen würden. Gerade durch Vinyl bekommt die Musik noch mal einen ganz anderen Stellenwert. Der Klang einer solchen Scheibe ist etwas sehr besonderes und auch das Cover bekommt eine neue Dimension.

burial vault promoKommen wir mal zur Musik. Was mich oft beim „Melodic-Death" stört, ist wenn die „schönen" Melodien alles andere erdrücken. Das ist bei Euch nicht der Fall. Obwohl Ihr ja keineswegs diesen Teil auslasst oder vernachlässigt, ist das Verhältnis zur brutalen Seite von Burial Vault immer ausgewogen. Ist das bewusst so? Kann es z.B. vorkommen, dass Ihr bei einem Song sagt: „Das ist jetzt doch etwas zu heftig, bzw. zu melodiös", oder kommt das automatisch zustande?

Wir empfinden das Härte-Melodie-Verhältnis auch als gut ausbalanciert. Wie zuvor erwähnt ist Tobias der Songwriter in der Band und er hat ein sehr gutes Gespür für ein ausgewogenes Ganzes. Wir stehen alle auch auf sehr brutale Stücke und ich denke, dass sich das bemerkbar macht im Gesamtkontext. Wie du schon sagtest, soll die Aggression nicht verloren gehen, aber die Melodie soll den Song durchziehen.

Wer ist denn überhaupt bei Euch für was zuständig? Habt Ihr einen Haupttexter, bzw. Songwriter?

Tobias (Lead-Gitarre) schreibt die instrumentale Musik und Raimund (Sänger) schreibt, oft auch in Zusammenarbeit mit Tobias, die Texte.

Einen ganz entscheidenden Anteil daran, dass Ihr zum einen genug Eigenständigkeit habt, als auch, dass ihr bei mir volle Kanne eingeschlagen seid, ist der Gesang von Eurem Frontmann Raimund Ennenga. Ist der wirklich ganz allein für alle Vocals zuständig? Denn gerade das sehr gute Wechselspiel zwischen Growls und klarem Gesang ist echt ein Markenzeichen.

Zunächst mal ein großes Dankeschön von Raimund für eine derartige Lobhudelei. Er ist tatsächlich ganz alleine für die Vocals zuständig. Ursprünglich sollten die Black Metallischen Schreie bestimmte Passagen nur betonen, aber mit der Zeit wurde auch diese Form des Gesangs als eigenständiger Bestandteil in die Songs eingebettet.
Klarer Gesang könnte hier aber irreführend klingen, denn dabei denkt man oft eher an klaren Gesang wie man ihn bei Bands wie Opeth, etc. findet.

Auf Eurer MySpace Seite habt Ihr ja einige Reviews online gestellt, die durch die Bank gut bis sehr gut sind. Da kommt man sich doch sicher vor wie der King of Currywurst, oder?

Wir wollen Reviews nicht überbewerten, aber um ehrlich zu sein, freuen wir uns natürlich sehr über so viel Zuspruch. Irgendetwas scheinen wir richtig gemacht zu haben und deshalb wollen wir natürlich auch weitermachen!

Ihr seid auf dem Live-Sektor ja wohl schon eine bekannte Nummer, was steht als nächstes an? Welttournee?

Wir wollen natürlich viele Konzerte mit dem Album in petto spielen. Es gibt noch keine konkreten Pläne für eine ganze Tour, aber wenn da draußen ein Veranstalter sitzt, der uns sehen will, schreibt uns an!

Falls Ihr bei den vielen Auftritten überhaupt noch Zeit habt: Was macht Ihr in Eurem „normalen Leben" so?

Amko (Bass) und Alexander (Gitarre) arbeiten in sozialen Einrichtungen, Immo (Drummer) arbeitet an seinem Abitur und Tobias (Gitarre) und Raimund (Gesang) frönen dem Studentenleben.

Zum Schluss noch meine Standartfrage an alle Interviewpartner: Welche 5 Alben haben Dein/ Euer Laben verändert, was sind die geilsten Metal CDs überhaupt?

Death - The Sound Of Perseverance
Obscura - Cosmogenesis
Enslaved - Axioma Ethica Odini
Hypocrisy - The Arrival
Deep Purple - In Rock

Im Allgemeinen ist diese Frage aber wirklich eine harte Nuss. Wenn du in einigen Monaten nochmal fragen würdest, könnte das Ergebnis vollkommen anders aussehen. Es ist wirklich schwer sich auf All-Time-Favourites festzulegen.

Die letzten Worte gehören natürlich auch Euch!!

Vielen Dank für das Interview. Wer da draußen noch nicht im Besitz des Albums ist, sollte schleunigst zuschlagen und uns auf einem unserer Konzerte besuchen! Wir sehen uns!

Ich bedanke mich für Eure Zeit und Bereitschaft, mir meine Fragen zu beantworten und wünsche Euch viel Erfolg mit Eurem Album!!! Möchte der Durchbruch Euer sein!!

Christian Hemmer


 
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