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Mythological Cold Towers im Interview

Nachdem Kollege Hemmer sich vom neuen Album der Brasilianer so dermaßen begeistert zeigt, liegt ein fröhliches Interview mit der Band nahe: Lest im Gespräch mit Gitarrist Shammash, wie sich Zuckerhut und Gothic Metal verbinden:

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Hallo Jungs! Zunächst mal Glückwünsche zu Eurem neuen Album! Meiner Meinung nach, eines der besten dieses Jahr.

Danke! Wir sind überzeugt, dass das neue Album „Immemorial" ein Level erreicht hat, das wir schon seit langer Zeit angepeilt haben. Das Resultat ist, dass die Musik mehr Power hat, heavier, intensiver, epischer ist und dabei den Charakter der vorhergängigen Alben behält.

Hier in Deutschland seid Ihr leider noch nicht sehr bekannt, so gebt uns einige Infos über die Band-Geschichte. Stimmt es, dass Ihr schon seit 1994 existiert?

Ja, die die Band trat in Erscheinung zu einer Zeit, als Doom Metal auf seinem Höhepunkt war. 1996 wurde das erste Album „Sphere of Nebaddon" veröffentlicht. Dieses bekam gute Kritiken in verschiedenen Zines und wurde von Doom-Fans in der ganzen Welt sehr geschätzt.
1998 habe ich meine sich auflösende Doom Metal Band „Guehenom" verlassen und bin bei Mythological Cold Towers eingestiegen.
2000 wurde das zweite Album „Remote Hymini Meridiani" veröffentlicht, welches ebenfalls einen großen Eindruck hinterließ und die Band als eine der besten Metal Bands in Brasilien etablierte. Im selben Jahr spielten wir einige Konzerte in Brasilien, unter anderem das „500 Years of Pagan Resistance" Festival, zusammen mit anderen wichtigen brasilianischen Bands.
2005 wurde das dritte Album „The Vanished Pantheon" veröffentlicht und wir spielten nur ein Konzert, welches aber extrem wichtig für uns war.
Dann nach 6 Jahren der Isolation haben wir endlich das neue Werk „Immemorial" herausgebracht.
Das aktuelle Line-Up ist: Hamon (Drums) - Samej (Vocals) - Nechron (Gitarre) - Shammash (Gitarre)

Es ist ziemlich schwierig, Eure CDs hier in Europa zu bekommen, kannst Du uns einige Infos über die früheren Veröffentlichungen zukommen lassen?

Aber sicher! „Sphere of Nebaddon" war das Album, welches uns in die Doom Metal Szene einführte. Die Musik ist kalt und episch. „Remote Meridiani Hymn" brachte uns ein neues Konzept, Doom zu spielten. Bemerkenswert ist die großartige Arbeit des Keyboards, im Zusammenspiel mit einer barbarischen und monumentalen Atmosphäre. „The Vashed Pantheon" ist ein weitaus komplexeres Album mit progressiven Einflüssen wegen des reiferen Songwritings.

Lasst uns über das neue Album sprechen. Ich liebe es immer noch, aber was ist Eure Meinung? Seid Ihr zufrieden mit dem Resultat Eurer Arbeit?

Ja, wir sind hocherfreut! Unserer Meinung nach ist es das beste Album, das wir jemals gemacht haben. Es bringt das Gefühl des Dooms der frühen 90er Jahre zurück und behält die markante, eindringliche Atmosphäre vom Mythological Cold Towers. Es ist das, was wir seit langer Zeit versucht haben zu erschaffen.

mythological_300dpi_smDa ich nur eine Promo von „Immemorial" habe, weiß ich nichts über Eure Texte! Kannst Du mir mehr darüber sagen?

Die Texte von Immemorial behandeln Legenden über verlorene Städte im dichten Dschungel des Amazonas und das Verschwinden von Forschungsreisenden auf ihren Expeditionen umr Beweise für die Existenz jener Städte zu finden. Es ist ein Konzept voll von überwältigender Mystik und Fantasy über den Ursprung von fremdartigen Brasilianischen Mythen.
Wie würdest Du die Balance zwischen Musik und Texten beschreiben? Ist eines von beiden wichtiger als das Andere?
Unser Textkonzept ist genauso wichtig wie die Musik, die wir spielen. Die Texte repräsentieren exakt die Songs, die wir spielen. Es würde keinen Sinn machen, einen großartigen Song zu komponieren und schlechte Texte zu benutzen und umgekehrt. Wir versuchen, das musikalische Thema mit dem lyrischen Konzept zu verbinden.

Ich liege bestimmt nicht falsch, wenn ich behaupte, dass die frühen Werke solcher Bands wie Paradise Lost, Anathema, Tiamat und Katatonia Eure größten Einflüsse sind?

In gewisser Hinsicht haben diese Bands uns am Anfang begeistert, weil wir fast dieselbe Zeit wie sie anfingen, aber wir suchten einen parallelen Pfad, um unsere eigene Persönlichkeit zu entfalten. Aus diesem Grund sage ich, dass Mythological Cold Towers heute eigentlich eine „Old School" Doom Band ist.

Ich liebe diese Art des „Gothic-Death-Doom" und ich bin recht traurig, dass dies heutzutage niemand mehr spielt (mal abgesehen von Euch). Stimmst Du mir zu, oder kennst Du andere Bands, die noch so spielen wie die „Alten Meister"?

Tatsächlich gibt es nicht viele Bands, die in diesem Genre spielen. Viele Bands spielen diese sogenannten „Gothic Metal" aber sie sind den alten Doom Bands nicht ähnlich. Vielleicht sind einige Funeral Doom Bands etwas näher dran. Mythological Cold Towers symbolisieren den guten und alten Doom Metal.

Was ist mit Eurem neuen Label „Cyclone Empire"? Seid Ihr zufrieden mit den Kollegen und Ihrer Arbeit?

Ja, Cyclone Empire machen eine ausgezeichnete Arbeit. Sie haben viele Promos über die ganze Welt verschickt, und in der Folge haben wir großartige Rezensionen erhalten, XXL-Rock (Yeah! - Sven) ist ein großartiges Beispiel dafür. Wir sind Cyclone Empire dankbar und stolz, ein Teil von ihnen zu sein.

And now to something completely different! Wenn man an Metal aus Brasilien denkt, kennen die meisten von uns Bands, die Old School Black/Death/Thrash Metal speilen. Aber was könnt Ihr mir über die Gothic Doom Szene erzählen?

Leider gibt es keine große Doom-Metal Szene in Brasilien. Es gibt sehr wenige Bands und ein limitiertes Publikum. Ich kann einige gute Bands wie Serpent Rise, Helligth, Vulkro und Lachrimatory nennen. Die Underground Szene in Brasilien hat das Stigma nur schnellen und aggressiven Metalls zu spielen, wegen Ikonen wie Sepultura, Sarcófago und Krisiun, so sind wir eher eine „andere" Band hier.

mythological cold towers3Seid Ihr in die brasilianische Szene involviert, oder interessiert Euch diese nicht?

Wir sind alle von den 80er Jahren an beteiligt. Wir sahen Sepultura und Sarcofago entstehen und die Veröffentlichung ihrer ersten Alben. Heute werden wir von der lokalen Szene wegen seiner Vernachlässigung von Doom Metal immer mehr isoliert, obwohl wir viele Anhänger in Brasilien haben.

Wie ist es für einen Musiker in Brasilien zu leben? Ist es schwer an Gigs zu kommen? Ist es schwieriger für eine Gothic Band als für Black/Death/Thrash Bands?

Tatsächlich ist es sehr hart ein Musiker in Brasilien zu sein - für jedes Metal-Genre. Hier spielen die Bands des Vergnügens und der Liebe zum Metal wegen. Es gibt keine Kultur und Infrastruktur, die die Musik (Metal), wie z.B. in einigen europäischen Ländern, unterstützen. Die Massenkultur erzeugt immer neue Scheiß-Brasilien-Musikgenres und das führt folglich zur absoluten Beschränkung für den Metal. Die spezialisierten Medien (mit einigen Ausnahmen) unterstützen nur Bands, die internationalen Erfolg erreicht haben.

Was macht Ihr im „normalen Leben", oder verdient Ihr genug Geld mit der Musik?

Aufgrund der Probleme, die bereits benannt habe, haben die meisten von uns Jobs, die nichts mit Musik zu tun haben. Ich arbeite in einer IT-Firma, Samej in einem Buchladen, Nechron studiert und Hamon ist Tontechniker, aber im Moment studiert er in Irland.

Ihr alle spielt noch in einer oder mehreren anderen Bands. Wie wichtig ist dabei Mythological Cold Towers für Euch?

Ja, wir haben einige Sideprojects. Samej und ich haben eine Black Metal Band namens Templum. Ich habe auch ein neues Sideproject genannt Scumhammer, eine Black-Crust Band. Das ist ein Genre, das ich sehr schätze. Allerdings, trotz alle dieser Projekte, sind wir zunehmend davon überzeugt, dass Mythological Cold Towers das wichtigste Ding in unseren Leben ist, weil es das Genre ist, das wir lieben zu spielen, uns stolz macht und uns als Freunde vereinigt.

Vielleicht eine seltsame Frage, aber ich stelle sie trotzdem: Euer Coverartwork erinnert mich unheimlich an das Cover von Judas Iscariot´s „Distant in solitary night". Eie seltsamer Zufall, oder könnte e s derselbe Künstler sein?

Das ist reiner Zufall, es gab keine Absicht, weil der Zusammenhang der Bilder ziemlich verschieden ist. Die einzige Ähnlichkeit ist in der Klangfarbe des Bildes, da es auch mysteriös und kalt ist.

Um dieses Interview zu beenden, bitte nenne uns Deine 5 wichtigsten Alben. Welche Werke haben Dein Leben verändert???

Decoryah - "Wisdom Floats"

Raa Algethi - "Oneiricon - The White Hypnotic"

Thergothon - "Stream From The Heavens"

Bathory - "Twilight Of The Gods"

Celtic Frost - "To Mega Therion"

(Eine Liste zum Niederknien - der Verfasser)

Die letzten Worte gehören Dir:

Danke Christian für das ausgezeichnete Interview. Wir hoffen, bald in Eurem Land zu spielen und Euch unsere mysteriöse Musik über die Legenden der erstaunlichen Wälder nahe zu bringen und alle diejenigen zu erfreuen, die Doom Metal schätzen, der im Begriff ist erfolgreich zu werden! Mit besten Grüßen,

Shammash

Besten Dank für die Beantwortung meiner Fragen!

Christian Hemmer

 
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