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kju: Interview Emo Rock und Neon lights
Geschrieben von: Administrator   
Freitag, den 21. Mai 2010 um 08:02 Uhr

kju: (Foto) sind zurück! Die Emo-Rock Band aus Hannover feiert Ihr 10 jähriges Bestehen. Pünktlich zum Bandjubiläum erscheint am 28. Mai das 4. Studioalbum „Neon lights carve shadows". Nach 3 Alben mit straightem Emo-Rock ist „Neon lights carve shadows" kju:s erstes Konzept-Album (Thema „Nacht in der Stadt").  Nach 2 gefühlten Jahren Stille stehen kju: am 8. Mai 2010 in Hannover wieder auf der Bühne. In neuer Besetzung und mit neuen Songs. Vor Ihrer Live-Premiere standen die Jungs Rede und Antwort zur Band, zu Auftritten und zur neuen Platte...

MBeyer: Bitte um Kurzvorstellung, wer ist wer und wer spielt was?

kju: Kord: Ich bin Kord und spiele Gitarre.

kju: Tobi: Tobi, Gesang und manchmal darf ich auch die Gitarre halten.

kju: Baake: Der Baake am Bass.

kju: Peter: Peter am Schlagzeug.

kju: Dom: Dom an der Gitarre und manchmal auch Gesang.

MBeyer: Beschreibt kju: mit einem, max. zwei Worten!

kju: Kord: Freundschaft.

kju: Tobi: Große Geste, kleiner Preis.

kju: Baake: Hannover 96.

MBeyer: Bezogen auf die Musik?

kju: Dom: Verkopft.

kju: Peter: Ganz großartige Rockmusik für mich. Rock für die Ewigkeit.

kju: Tobi: Post alles, pre nichts.

kju: Kord: Melodien.

MBeyer: Euer neues und viertes Album „Neon lights carve shadows" erscheint beim  „Swell Creek"-Label. „Setting sun", Euer drittes Album, wurde auf „Treasure Tapes" veröffentlicht. Zitat (Notiz: Info-Sheet zu „Neon lights"): „nun können kju: endlich wieder das machen, was sie am liebsten tun: ehrliche, emotionale Songs". Das klingt nach Unzufriedenheit mit den „alten" Label.

kju: Tobi: Das muss ich revidieren. Eigentlich ist es ist eher so, das wir den letzten Satz in der Bio so verstehen, dass wir jetzt generell das wieder tun können mit dem Setup, das wir haben. Weil wir jetzt wieder ein Label haben, weil wir ne Platte am Start haben, weil wir ein neues Lineup haben usw. Es ist nicht so, dass das einzig und allein erst wieder funktioniert nach dem Labelwechsel. Wir waren nach der letzten Platte labelfrei. Wir hatten mit „Treasure Tapes" keinen Deal für ne weitere Platte. Es war schon alles ok, was das gelaufen ist.

Wenn man sich "Treasure Tapes" ankuckt, dann sieht man, dass das Label ein Release gemacht hat. Und das es ein Versuch war von den Übersee-Leuten mit nem anderen Sektor auch ein bisschen was zu machen, der so auf halbe Kraft voraus vielleicht gefahren wurde. Bei unserem Release waren die Jungs noch ziemlich hoffnungsfroh. Und weil auf einmal deren Jobs ziemlich viel Zeit gefressen hat, ist aus "Treasure Tapes" nie mehr geworden. Und deswegen war für uns auch Endstation an der Stelle.

Da wir Bauke schon lange kannten von Release 1 (Notiz: CD „Draw lines on" 2003) und Release 2 (Notiz: Cd „The pieces fit" 2004) war relativ schnell kar, das er Interesse hat, das zu machen, bevor er den ersten Ton gehört hat. So ist es gekommen, dass er es wieder gemacht hat (Notiz: Veröffentlichung via „Swell creek")

MBeyer: Eure ersten drei Platten sind Emo-Rock Platten, straight durch. Wie kommt man darauf, als viertes Album ein Konzept-Album zu machen mit dem Thema „Nacht in der Stadt"?

kju: Tobi: Das passiert, wenn man drei Platten lang Emo-Rock gemacht hat, ganz von alleine. Weil ich, der die Texte schreibt, nachdem ich das acht Jahre lang gemacht habe, war das durch mit dem Herz ausschütten. Ich sehe es so: es ist gut, wenn man in einer gewissen Schaffensphase sich einem gewissen Thema widmet und das dann abhaken kann und dann halt weiter machen kann. Für mich ist es ein gesunder Prozess.

Zu dem Zeitpunkt, als die Platte geschrieben wurde, vor eineinhalb, zwei Jahren, die Texte sind ungefähr ein Jahr alt, war ich einfach auch einfach mit anderen Dingen beschäftigt. Es lief alles sehr gut und Ich war neu in Hamburg. Ich hab das alles als sehr inspirierend wahrgenommen, in so einer großen schönen Stadt zu sein und dort zu leben. Hab das natürlich auch alles mit wacheren Augen gesehen. Wie das immer ist, wenn man an neue Plätze kommt und eine neue Umgebung hat. Und das war eigentlich so der Startschuss dazu und die Inspiration, das dann so zu machen. Sich ein bisschen an dem Stadtleben abzuarbeiten und den Episoden, die so da passieren. Und das dann in ein Konzept zu gießen, war dann auch einfacher für mich, mich daran abzuarbeiten und gegenzuschreiben. Und nicht jedes Mal mit einem weißen Blatt Papier dazusitzen und zu denken: „ok, wir haben jetzt ein Stück Musik und dazu soll getextet werden".  Es fiel mir so leicht wie noch nie, zu texten.

kju: Kord: Ich glaube auch, dass es wichtig ist, das die Songs für sich stehen.  Das man jetzt nicht unbedingt sagt, ok, Du kannst oder Du musst die Platte an einem Stück hören, um die Musik zu verstehen oder um den ganzen Hintergrund zu verstehen. Es geht wirklich darum, dass man die Songs auch einzeln nehmen kann und es macht trotzdem Sinn.

MBeyer: Zum Konzept. Wer kam auf die Idee mit der Fotoaktion?

kju: Tobi: Wir haben das ein bisschen meistens gemeinsam entwickelt, wie das immer so ist. Man spielt Ping-Pong. Man redet ein bisschen über Sachen und hat dann Ideen. Und dann spinnt irgendwer die weiter. Es war so,  dass ich es sehr charmant fand, mit Zuhilfenahme der neuen Medien Menschen einzuspannen in das ganze Ding und das nicht so zu verstehen, dass sie ja Fan werden können auf myspace und das wars dann. Sondern sie teilhaben zu lassen am ganzen Paket. Und für mich gehört das Artwork als integraler Bestandteil dazu. Es gibt auch andere Bands, die das gemacht haben mit Sound. Wo Leute dann eben was einschicken konnten, um bei der Platte dann mitgemacht zu haben. Und das hat uns ein bisschen auch als Vorlage gedient. Wir haben das dann aufs Artwork projiziert und dann eben diese Aktion gestartet. Konzept also halb geklaut und halb selbst gemacht.

kju: Baake: Es ist ja auch ein Thema, was jeden betrifft und was jeder von uns erfährt und mit erlebt hat. Zu „Neon lights" hat jeder eine gewisse...

kju: Peter (aus dem off): Beziehung?

kju Baake: Beziehung zu. Genau. Von da her ist es eine Sache, die wir gern auch mit anderen Leuten teilen.

MBeyer: Was erwartet Ihr von Eurem neuen Album, wenn es erscheint?

kju: Tobi: (aus dem off): Nichts mehr...

kju: Kord: Das wichtigste ist, dass es trotz des langen Schaffensprozesses rausgekommen ist bzw. rauskommen wird. Es ist wichtig für uns, das wir die Songs als physikalischen Tonträger in der Hand haben und sagen können: wir haben es nach den ganzen Jahren geschafft, das auf CD zu pressen.

kju: Baake: Es ist immer schwierig, Leute zusammenzukriegen. Fünf Leute aus drei verschiedenen Städten, gerade auch mit dem langen Prozess. Es ist in den zwei Jahren viel passiert intern. Dass es überhaupt so weit gekommen ist und wir diese Platte veröffentlichen, ist ne große Sache.

kju: Tobi: Es sah lange nicht danach aus, das es das Album überhaupt geben wird.

MBeyer: Heute abend ist nach mehr als zwei Jahren Euer erster Live-Auftritt...

kju: Tobi: Das stimmt nicht ganz. Wir haben zwischendurch schon mal gespielt. Eine Show als Vorbereitung, bevor wir ins Studio gegangen sind, um die Songs auch mal live auf der Bühne zu hören. Im Grunde waren es aber ne Hand voll Gigs in den letzten zwei Jahren.

MBeyer: Ihr wohnt in Hamburg, Hannover und Berlin. Warum habt Ihr Euch Hannover, warum Bei Chez Heinz als erster Auftritt in neuer Besetzung mit neuem Album im Gepäck ausgesucht?

kju: Dom: Da kann ich jetzt am Besten darauf antworten, als einer der mit Hannover am allerwenigsten zu tun hat. Die (Notiz: kju:) haben sich in Hannover gefunden und im Chez Heinz, soweit ich das mitgekriegt habe, ihr erstes Konzert gespielt.

kju: Tobi: Wir haben hier (in Hannover) aufgenommen.

kju: Dom: Wir proben hier. Insofern verbindet uns als Band am allermeisten mehr mit Hannover als zum Beispiel mit Berlin oder Hamburg.

kju: Baake: Eigentlich genau die Geschichte mit Swell Creek und mit Bauke. Weil irgendwo hat man mal wo angefangen. Und das ist auch so ein bisschen wie dieser Fahrradkeller.

kju: Tobi: Ja, das (Notiz: Bei Chez Heinz) war mal früher der Fahrradkeller vom Jugendheim hier.

kju: Baake: Und das (der Fahrradkeller) ist in keinster Weise negativ gemeint.

kju: Peter: Fahrradkeller sind super!

MBeyer: Wie bereitet Ihr Euch auf einen Gig wie diesen heute abend vor? Spezielle Proben oder Rituale?

kju: Baake: Mit langem Urlaub.

kju: Kord: Rituale gibt es in dem Sinn eigentlich nicht. Aufgrund der dann doch etwas längeren Live-Abstinenz haben wir uns dann doch im Proberaum eingeschlossen zumindest gestern und heute. Haben das Set mehrfach gespielt, um halt auch maximal vorbereitet zu sein. Wir sind guter Dinge. Es sollte schon passen.

kju: Peter: Ich war das erste Mal, weil wir verstreut sind, in der Situation, dass ich für mich selber die Schlagzeugparts komplett üben musste. Ich hab von den Jungs die Songs ohne Schlagzeug, das heißt, das erste Mal mit Klick und hab für mich selber gespielt. Weil ich in Berlin wohne und wir die Sachen hier in Hannover aufgenommen haben. Das war auch mit den Vorbereitungen zu dem jetzigen Konzert so. Die Technik machts möglich. In Berlin gibt's Mietproberäume. Da setzte ich mich rein mit nem Computer oder nem Iphone und nem Kopfhörerverstärker mit den Songs drauf und knall die dann mal zwei Stunden lang so durch. Das hab ich mir vor zwei Jahren nicht vorstellen können, das ich so was mal mache. Das ist großartig.

kju: Tobi (aus dem Off): Das Positive vom Proben ohne die negativen Effekte der anderen Typen, die dann dabei sind.

kju: Peter: Ohne Scheiß. Das ist der Wahnsinn. Wenn sich die Gitarre verspielt oder es hängt und dann wird das normalerweise erst mal ausdiskutiert. So hast Du das Gerät in der Hand und drückst drauf oder nicht. Dann knallst Du die Dinger weg und gut ist.

kju: Baake: Es gibt keine idealen Konstellationen mehr und Vorbereitungen. Wir sind keine 15 mehr. Dadurch, dass wir alle über die Städte verteilt sind, muss man mit Alternativen leben. Da gibt's dann halt nicht mehr die Vorbereitung wie vor zehn fünfzehn Jahren und allen in einer Stadt,  wo man noch mehr Zeit gehabt hätte. Wir leben damit. Und ich glaube, es gibt wenige Bands, die das trotzdem noch so hinkriegen. Wir sind froh, das wir ein Teil von denen sind, wo das noch klappt. Das ist nicht oft so. Gerade in einer Liga, wo wir spielen.

kju: Tobi: Wir kämpfen heute um den Klassenerhalt.

kju: Baake: Von da her sollte man dankbar sein, überhaupt noch die Möglichkeit zu haben und zu spielen. 99 Prozent aller anderen Bands hätten sich, nachdem sie in unterschiedliche Städte gezogen sind, definitiv aufgelöst.

MBeyer: Welche Songs gibt's heute abend zu hören?

kju: Dom: Es wird auf jeden Fall ne bunte Mischung. Definitiv was vom neuen Material, das ist der Schwerpunkt. Wir sind wirklich auch heiß drauf, die Sachen zu spielen, nach dem wir sie so lange aufgenommen haben. Es wird auch noch alte Sachen geben. Und es wird ein paar Überraschungen geben.

MBeyer: Letzte Worte/Werbung in eigener Sache...

kju: Baake: 96 ist und gehört in die erste Liga. Von da her gibt's wenig zu kju: zu sagen. Ich will sagen, dass wir da sind. Wir sind da, wo wir auch weiterhin hingehören.

kju: Peter: Ich wollte mich allen bedanken, das wir diese Band noch haben und diese Platte gemacht haben.

kju: Kord: Ich bin sehr dankbar und sehr stolz. Dass man jetzt im zehnten Jahr dieser Band immer noch sagen kann, wir haben das erste Mal vor acht Jahren hier gespielt. Ich freu mich sehr, dass wir auch in 2010 hier (im Flyer) drin stehen mit einem Auftritt. Es macht mich stolz und freut mich sehr, mit den besten Freunden die ich habe, zusammen Musik machen zu können.

MBeyer: Wo kann man Euch dieses Jahr noch live erleben?

kju: Peter: Am 3. 7. höchstwahrscheinlich im neuen Magnet-Klub in Berlin.


kju: im Netz:

www.kju-music.de

www.myspace.com/kju

www.twitter.com/kjumusic



 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 01. Dezember 2011 um 08:05 Uhr
 
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