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Sorcerer: In The Shadow Of The Inverted Cross

Sorcerer InTheShadowOfTheInvertedCrossLabel: Metal Blade Records

Spielzeit: 54:14 Min.

Genre: Epic Doom Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Amazon

Hörprobe: Soundcloud

VÖ-Datum: 20. März

 

Johnny Hagel – seit seinem Auftauchen mit Tiamat wohl einer der Männer mit den klangvollsten Namen der Musikszene überhaupt – ist bereits im vergangenen Jahr mit Order Of Isaz wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Nun aber legt er seine Meisterleistung (natürlich abgesehen von den seligen Tiamat-Tagen) vor: „In The Shadow Of The Inverted Cross" – das durchaus sperrig betitelte Debütalbum seiner Epic-Doom-Band Sorcerer.

Mit Alben wie „Wildhoney" oder „Clouds" hat dies hier erwartungsgemäß nichts zu tun. Stattdessen wandeln die klagenden, geisterhaften Schatten von Bands wie Candlemass und Solitude Aeturnus durch die windgeplagten Türme der abgebildeten Ruine. Ein Fluch für deren Bewohner? Vielleicht. Nicht aber für uns Hörer. Im Gegensatz etwa zu Below, die im vergangenen Jahr ein nettes, aber komplett beliebiges und harmloses Debütalbum veröffentlicht haben, zeigen die auf diesem Album versammelten Epic-Doom-Songs deutlich mehr Biss.

Dies ist nicht zuletzt das Verdienst von Sänger Anders Engberg, den man problemlos eine hypothetische Neuauflage aller großen „Big Voice"-Klassikeralben der 80er-Jahre einsingen lassen könnte. Außerdem traut sich die Band zum Glück auch, das Tempo zwischendurch deutlich anzuziehen. Man höre nur „The Gates Of Hell" - das ist mehr als nur epischer Doom, das ist fast schon traditioneller Heavy Metal – und zwar solcher der ganz edlen Sorte. Oder „Exorcise The Demon" - der Refrain trägt sogar Elemente von 80er-Jahre-Classic Rock in sich, bevor anschließend ein stimmungsvoller, kurzer Choral einsetzt. Im Mittelteil des Liedes leitet ein düster verschleppter Zwischenpart direkt in ein Solo über, welches gleich klarem, frischem Wasser aus einer Bergquelle sprudelt. Nicht das einzige in diesem Song übrigens – und jenes am Ende ist sogar noch deutlich besser.

Besonders erwähnenswert ist auch der Opener „The Dark Tower Of The Sorcerer", dessen einleitende Gesangsmelodie mich lustigerweise etwas an die zu Beginn von „The Final Countdown" erinnert. Sicher keine Absicht der Band – ich für meinen Teil jedoch liebe solche Details. Und keine Sorge, die berühmt-berüchtigten Keyboards jenes Europe-Songs tauchen hier so wenig auf wie sonstige Anklänge an Joey Tempest und Co. Stattdessen schraubt sich ein wahrhaft begeisternder Refrain aus den bereits sehr tollen Riffs dieses Songs empor, welcher deutlich aufzeigt: dieses Album ist alles andere als schnöder 08/15-Doom – trotz der offensichtlichen Verwandtschaft zu den bereits genannten Klassikern. „In The Shadow Of The Inverted Cross" wirkt stattdessen frisch und auch regelrecht fruchtig... Natürlich muss man sich die Songs erarbeiten, aber das passiert nebenbei und ohne jede bewusste Anstrengung, da die melodischen Widerhaken ebenso wie der gerade beginnende Frühling unmittelbar zu knospen beginnen. „In The Shadow Of The Inverted Cross" ist kein Herbst-Doom, sondern der passende Vertreter seiner Zunft für das Neuerwachen des Lebens und der Natur. Selbst ein langer und schleppender Song wie „Lake Of The Lost Souls" löst keine Selbstmordgedanken beim Hörer aus, sondern evoziert durch seine anheimelnde und stimmungsvolle Melodieführung wohlige Wärme.

Im Doom kann es 2015 eigentlich nicht mehr sehr viel besser werden. „In The Shadow Of The Inverted Cross" avanciert bereits jetzt – bei seinem Erscheinen – zu einem absoluten Genre-Highlight der Neuzeit.

Daniel Lofgren

XXL WertungXL 1

Tracklist:

The Dark Tower Of The Sorcerer
Sumerian Script
Lake Of The Lost Souls
Excorcise The Demon
In The Shadow Of The Inverted Cross
Prayers For A King
The Gates Of Hell
Pagans Dance

XXL-Tipp

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