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Label: Sensory/Alive
Spielzeit: 52:12
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VÖ: 14.10.2011
Wenn man ein Wort wie Voyager hört, denkt man zunächst an Star Trek. Aber weit gefehlt. Hinter diesem Bandnamen verbirgt sich eine Progressive Metal Band, die seit 1999 besteht und in Australien beheimatet ist. Nach drei von Kritikern gelobten Alben schicken sie mit "The Meaning Of I" ihr neues Baby ins Rennen. Der Titel des Silberlings weckt bereits Interesse und so gehe ich erwartungsvoll an die Scheibe ran.
Das Cover schürt weiter die Neugier, da die Detailverliebtheit des Digipacks faszinierend ist. Man könnte Stunden damit verbringen, die einzelnen Facetten zu erkunden, die das Bild beinhaltet. Doch nun zum Wesentlichen: Die Musik.
Nachdem ich die Play Taste drücke, kommt mir ein gewaltiger dumpfer Riff entgegen, der später mit Keyboardparts verfeinert wird. Der Gesang setzt nach 30 Sekunden ein und die Stimme des Sängers klingt erstmal verdächtig nach Serj Tankian. Doch nach einer Weile lasse ich diesen Vergleich fallen, denn diese Stimme hat doch einen starken Wiedererkennungswert. Der Opening Track ist kraftvoll und melodisch zugleich, womit der Gehörgang sofort in Beschlag genommen wird. Das synthesizerähnliche Intro von "Stare into the Night" geht nahtlos in die Powerchords der Gitarren über und das Gitarrensolo sprüht gerade so vor Genialität. Das nächste Lied wird mit einem halbakustischen Gitarreninterlude begonnen und mit einem druckvollen Sound des Basses und dem feine Klangteppich des Keyboards fortgesetzt. Hier wird auch ein schönes Keyboardsolo geboten, dem sich das kurze Gitarrensolo anschließt. Das fängt ja schon mal gut an.
Das Lied "Broken" bietet spacige Klänge, ohne den Faden der Vorgänger zu verlieren. Hier gibt es auch prägsame Vocals und man kann glatt nach kurzer Zeit den Refrain mitsingen. Die Drums läuten den nächsten Song ein, der einen hämmernden Takt schlägt bis der Gesang die anderen Instrumente mitbringt und damit eine gelungene Powerballade einläutet. Die Reise ins Ich entpuppt sich früh als Schatzhöhle, die es genau zu erkunden bedarf. Ab der Hälfte wird es ruhiger und die Klaver, Keyboard und Synthesizer fließen gediegen vor sich hin, bis wieder in die Seiten gehauen wird. Die Gastvocals von Daniel Tompkins (TesseracT) fügen sich gut ein in das Lied. Episch geht es bei "He will Remain" weiter. Der Song trägt sich allein durch den Gesang und die dezent gespielen Keys. Ein Lied, welches zum nachdenken anregt.
Der Titeltrack wird zunächst durch das Keyboard eingeleitet, bis das Gitarrenriff das Zepter übernimmt. Nach dem gewohnt guten Gesang höre ich plötzlich Growling heraus und damit wird ein erfrischender Überraschungsmoment geschaffen. Textlich geht es um den Sinn des Lebens und die Bedeutung des menschlichen Daseins. Ebenfalls textlich interessant ist auch "Iron Dream", welches Pete Steele gewidmet ist. Das Lied wirkt zwar ein wenig 80er mäßig, aber es passt dennoch ins Gesamtbild. Hier wird darauf aufmerksam gemacht, dass selbst Mr. Steele nicht aus Stahl ist und dass auch er sterben musste. Ein atmosphärisches Tribut an den großartigen Musiker.
Das Interlude "Feuer meiner Zeit" glänzt mit deutschem Text, was mich aufhorchen lässt. Mit akzentfreiem Deutsch wird hier gesungen was angesichts der Tatsache, dass der Sänger und Keyboarder Danny Estrin gebürtiger Deutscher ist nicht mehr verwunderlich ist. Kurz darauf kommt mir ein Power Metal ähnlicher Riff entgegen, der "Fire of the Times" vorstellt. Das Lied geht auch sofort ins Ohr und zeigt auch hier die Variabilität der Band. Der Synthesizer nimmt beim nächsten Lied stark Überhand, lässt aber den Gitarren genug Freiraum um sich zu entfalten. Mit weniger Tempo und viel Melodie wird diese Ballade getragen, bevor es mit dem Klavierstück "It's Time to Know" weitergeht, die sogar mit Streichern unterlegt ist.
Mit "Are You Shaded?" wird den Hörer ein würdiges Finale geboten in dem druckvolle Riffs, spärliches Growling und dem einprägsamen Vocals die stärken des Albums nochmal ausspielt. Mit einem letzten tollen Gitarrensolo und dem treibenden Hauptriff im Anschluss wird das Album beendet. Die Reise ins Ich ist vorbei und was bleibt? Ein durchaus zufriedener Hörer, der den Mix aus Power-, Heavy- und teilweise auch Thrash- und Death Metal durchaus genießen kann.
Voyager glänzen hier mit vorbildlichem Progressive Metal, der viel Abwechslung bietet und keinen Raum für Bandvergleiche hinterlässt. Das Album selbst fräßt sich ins Ohr und denkt nicht daran wieder herauszukommen. Die Vielseitigkeit dieser Scheibe ist wie eine Schatztruhe, in der man immer was Neues entdeckt. Prädikat:

Ben Denkers
Trackliste:
01. Momentary Relapse Of Pain 02. Stare Inot The Night 03. Seize The Day 04. Broken 05. The Pensive Dissary 06. He Will Remain 07. The Meaning Of I 08. Iron Dream 09. Feuer Meiner Zeit 10. Fire Of The Times 11. She Takes Me 12. It's Time To Know 13. Are You Shaded?
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