Banner
Re-Armed – Worldwide Hypnotize

rearmed_worldwide230230Label: Massacre Records

Spielzeit: 33:30 Min.

Genre: Death/Thrash

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

VÖ-Datum: 27. Januar 2012


Göteborg goes Finland! So jedenfalls suggeriert uns die Promo. Re-Armed kommen aus dem finnischen Kervela, haben sich bereits 2001 gegründet und beschlossen, den Göteborg Sound mit der Thrash-Schule zu verbinden und leichte Grind-Nuancen einzuflechten.

Mit dem Deal, der mit Massacre geschlossen wurde, kam es nicht nur zu einer prominenten Neu-Besetzung (Kärtsy Hatakka von Waltari am Bass) sondern wenig später auch zu den Aufnahmen für das nun vorliegende Debüt „Worldwide Hypnotize", welches uns in knapp mehr als einer halben Stunde neun Tracks um die Ohren hauen wird.

„Natural Backlash" legt dann auch erst mal ordentlich los und haut uns groovige Riffs gepaart mit Doublebassdrumsalven um die Ohren. Die Struktur des Songs ändert sich in ungefähr ab der Hälfte des Songs und lässt die kolportierten Thrash-Einflüsse erkennen. Ansonsten schnörkellos auf die Fresse, dieser Track. Ein Raketenstart gleich zu Beginn. „Save Yourself" geht dann nochmal deutlicher in Richtung Thrash als es der erste Song getan hätte und zeichnet sich durch manch technische Spielerei - speziell bei den Drums - aus. Die Riffs knallen dagegen nicht durchgängig.

Track Nummer drei, „Feardrops" beginnt zunächst vergleichsweise langsam und mit sehr modernem Riffing. Bald wird das Tempo dezent angezogen, das Riffing pendelt zwischen fiesem Griffbrettgezische und etwas getragenerem Tempo hin und her. Zwischen drin ist sogar Platz für eine zeitweilige Veränderung des Hauptmotivs, das Tempo wird raus genommen, gegen Ende wird es nochmal schnell. Cooler und sehr variabler Track! „Hoax" offenbart sich als Groove-Orgie mit Kreator-Zitaten (eines der Bridge-Riffs hatte enorme Ähnlichkeit mit „Phobia") und verbindet den groovigen Zwischenpart mit dem ersten Solo des Albums. Nach dem Solopart kommt ein harter Break, der mit einem völlig anderen Riff aufwartet. Die Übergänge zwischen den einzelnen Parts wirken manchmal einen Tick unsauber, dennoch sehr gelungen.

Direkt geht es mit dem Titelsong „Worldwide Hypnotize" weiter, der den selbst gewählten Genres am besten gerecht wird, da sich hier in der Tat Thrash mit Melodic Death und modernen Grind-Zitaten zu einem teils groovigen, teils technisch versierten, teils knüppeligen Ganzen vereinen. Die Bridge trägt seinen Teil dazu bei, da auch hier stark an technischen Thrash der Marke Kreator erinnert wird. „Deathtrap" wird allen Doublebassdrumming-Jüngern unter uns auf Anhieb erstmals gut reinlaufen, denn bis auf ein paar kleinere Lücken werden die Pedale fast durchgängig durchgetreten. Ansonsten gibt es einige schöne, teils hochmelodische Riffs zu bewundern. Die Halbzeit wird mit einem Breakdown(!) eingeleitet, kurz darauf geht es in das Hauptmotiv zurück, das jedoch gleich wieder für ein sehr cleanes Zwischenspiel mit einem noch cleaneren Solo unterbrochen wird. Schick!

„The Bridge That Leads Nowhere" gibt sich im Anschluss rhythmisch relativ anspruchsvoll und dennoch groovig. Der Chorus wird von einem schönen Death-Riff begleitet, geht in einen Twin-Lead über, Break - und erneut Chorus mit anschließendem Twin-Lead. Das letzte Drittel wird daraufhin mit Stakkato-Riffing und -Drumming eingeleitet, welches uns bis zum Ende des Tracks begleitet. „King Authority (Honour To Service)" lässt sich treffend mit Rumpeltrash meets Melo Death-Chorus meets Gangshouts beschreiben und groovt wie Hölle. Das Halbzeits-Solo wirkt kurz und knackig, lässt anschließend Platz für einen Bass-Part (klar, man will dem prominenten Bassisten Platz zum spielen lassen) und groovt sich danach wieder in das Hauptmotiv rein. Das Ende wirkt sehr modern und von daher sehr Core-lastig. Der abschließende Song „Trance" beginnt wie ein phenotypischer Melo-Death-Kracher, soll heißen: Bassdrumsalven gepaart mit fiesen Riffs und melodischen Leads, die zu einem melancholischem Chorus führen. Ins Bild passt da auch die Bridge, die so ein bisschen krank und fies wie eine festsitzende Krankheit allmählich wieder an Fahrt aufnimmt, um direkt ins Hauptriff zurück zu führen. Das ultrafiese Breakdown kurz vor Schluss nimmt ordentlich Tempo raus und und groovt uns dem Ende des Albums entgegen.

Eine abschließende Zusammenfassung des Gehörten mutiert für mich zu einem unentschlossenen Schulterzucken. Ich weiß einfach nicht, ob ich dieses Album gut oder schlecht finden soll. Klar, einerseits hat man den „Promi"-Bonus des Bassers, manch schicken Riff, ordentliche Grooves und technische Kabinettstückchen zu bieten. „Feardrops", der Titeltrack und „Deathtrap" sind absolut gelungene Kracher und auf der Schwelle zum Hit, und ich kann mir vorstellen, dass es so manchen geben wird, der zu der Musik der Gruppe ordentlich abfeiern wird.

Dennoch muss ich auf dem Boden bleiben und meine Eindrücke zusammen tragen. Einmal erscheint mir das Label „Death/Thrash", genauer „Melo Death mit Thrash und ein bisschen Grind" ein kleiner Etikettenschwindel zu sein. Bis auf ein oder zwei Tracks kamen nicht viele Grindeinflüsse zusammen, tatsächlich wirkte die Musik auf mich wie „Melo Death mit Thrash und ein bisschen Irgendwas-Core(!!!!)". Das soll keinesfalls als Schmähung verstanden werden. Das führt uns zum nächsten Problem, nämlich der Tatsache, dass von der Bandgründung bis zum Debüt 11 Jahre ins Land gezogen sind. Anno 2001 oder 2002 wäre die Band mit ihrem Stil voll durchgestartet, heute gehen sie in der Masse der jungen, Core-beeinflussten Bands ein wenig unter.

Fazit:

„Worldwide Hypnotize" ist ein gutklassiges Debüt zwischen Melodic Death, Thrash und Core-Einflüssen, dass leider ein paar Jahre zu spät kommt, um noch als Revolution aus der Masse hervorzustechen. Da aber Qualität vorhanden ist und der ein oder andere Track zündet, vergebe ich an dieser Stelle ein gutes

l

Michael Denkers

Tracklist:

1. Natural Backlash
2. Save Yourself
3. Feardrops
4. Hoax
5. Worldwide Hypnotize
6. Deathtrap
7. The Bridge That Leads Nowhere
8. King Authority (Honour To Service)
9. Trance


 

 
Login Admin
Find us on Facebook