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Persona Non Grata – Quantum Leap

persona non grata  quantum leapLabel: Massacra Records

Spielzeit: 57:21 Min

Stil: Progressiv

Info: Homepage

CD kaufen: Amazon

VÖ-Datum: 09. Dezember 2011


Massacre goes Prog! Heute rezensiere ich erneut eine griechische Band, die sich aber diesmal nicht dem Modern Metal Marke IF verschrieben hat, sondern dem großen, weiten Feld des Progressive Metal. Persona Non Grata haben aber noch mehr zu bieten, denn laut Band-Info legt man noch eine Schippe Melodic Metal dazu. 2003 haben sich die Griechen zusammen getan und bringen mit Quantum Leap ihr zweites Album raus.

Die letzte Band mit dieser Kombination, die ich besprochen habe, kam mit einem blauen Auge aus der näheren Betrachtung (wir erinnern uns: es war Epysode), deshalb bin ich in meiner Erwartungshaltung diesmal etwas reservierter, lasse mich aber gerne überraschen.

Ich drücke also auf Play, lehne mich zurück und lausche...

...und bin erstmal positiv angetan, als die ersten paar Noten, die gespielt werden, ganz dem Basser gehören. „Imaginative Mind" zeigt sich dann auch erst einmal als recht klassisch beeinflusster Prog, was sich zum einen in der Instrumentierung als auch in der Rhythmik äußert. In den Strophen wird dann sehr sparsam mit Gitarre und Keyboard umgegangen, etwa nach der Hälfte gibt es ein kurzes Key-Break, die Melodie wird kurz aufgegriffen, danach der Gitarrist Chris Gatsos zeigen was er kann, auf sein Solo folgt auch prompt ein Keyboard-Solo, eine Spoken-Word-Passage wird angehängt, und der Song endet fast genauso, wie er angefangen hat. „Lend Me A Hand" legt dann mit einem coolen Mix aus leichter Hysterie und modernem Riffing los, pflanzt diesen Kurs in den Schlagwerkbereich ein, vergisst dabei aber nie, ein Progressive-Track zu sein. Im Chorus wird es dann fast ein bisschen zuckrig, verweilt aber auf der erträglichen Seite des Kitsches. Das Gitarrensolo hat dann einen stark klassischen Einschlag.

Als nächstes wollen uns die „Evil Feelings" übermannen, und es scheint, dass diese Mission gelingt, den es wird für Progressive-Verhältnisse erstaunlich hart losgelegt. Das harte Riffing wird in den Strophen zurückgefahren, damit mehr Platz für die fantastische Leistung des Sängers bleibt, der die Gefühlslage des Protagonisten glaubwürdig rüber bringt und damit zur Qualität des Tracks beiträgt. Im Hintergrund sind mit fortschreitender Songdauer Hammond-Töne zu vernehmen, kurz darauf (digitale) Klaviertöne, die ein weiteres cooles Gitarren-/Keyboard-Duell begleiten. Cooles Ding. „9 AM News" startet dann tatsächlich mit einer Soundcollage, denn wir hören einen Fernseher laufen, auf welchem schnell auf die Nachrichten umgeschaltet wird. Im weiteren Verlauf zeigt sich der Song als halb-balladesk, streut aber die ein oder andere Riffingabfahrt mit ein und macht diesen Track damit zu einer äußert interessanten Sache, zumal die Chose auf einer guten Stereoanlage oder unter einem guten Kopfhörer sehr schön anzuhören ist. Das letzte Drittel wartet mit einem enorm erhöhten Härtegrad auf, das darin eingebettete Keyboardsolo wirkt leider etwas deplaziert. Das darauf folgende Gitarrensolo wird schon fast jazzig begleitet und gefällt schon besser. Gegen Ende wird es dann nochmal relativ ruhig und der Song wird mit Nachrichtenfragmenten ausgefaded...

„Redemption Of Sins" wartet mit einer sehr zurückhaltenden Instrumentierung auf: Klavier, cleane Gitarren; die Riffs werden erst mit den ersten Tönen der Bridge ausgepackt. Im Mittelteil kommt ein sehr langes Solo von Chris, welches einen sehr bluesigen Einschlag hat, danach ein Keyboardbreak - und dann wird es deutlich vertrackter als vorher; gegen Ende bekommt man sogar ein Bass-Solo (!!) auf die Ohren. Mit „Captive" wird es dann noooch langsaaamer und bekommt einen dermaßen eminenten melancholischen Touch, dass mir nur die Feststellung bleibt: Jop, dass ist die erste Vollballade des Albums. Ganz viel Gefühl, ganz große Emotion, und dennoch lässt mich die Performance überraschend kalt. Schade, da wäre mehr drin gewesen!

„Grief" verfügt über einen spacigen Touch und wirkt mit seinen melodischen Einschlägen und Blues-Elementen fast ein bisschen entrückt. Der Hall, der auf der Gitarre liegt, tut sein übriges dazu. Nice! „Diversity" weicht dann tatsächlich vom bisherigen Schema ab (fünf Euro für die Wortspielkasse) und präsentiert uns einen sehr stimmungsvollen Mix aus orientalischen Tonleitern und von der Klassik beeinflussten Keyboardfiguren. Der Track zeigt sich in der Folge als extrem Abwechslungsreich (Achtung, erneut Wortspiel!) und überzeugt als gelungener Farbklecks zwischen all den anderen Tracks. Anspieltipp!

„Inertia" beginnt erneut sehr balladesk - überhaupt scheint die zweite Hälfte bis jetzt enorm auf der Balladen-Schiene zu fahren. Im Grunde gilt hier das selbe wie für Captive, nur das Gitarrensolo das beste des Albums ist und dieser Track mich wesentlich mehr anspricht als der Vergleichstrack. Gelungen! „Journey Ends" ist dann lediglich ein extrem stimmungsvoller, instrumental gehaltener Übergang zum nächsten Track, nämlich „Journey's End", der dann das angebotene Riff aufgreift und sich melodisch wie emotional extrem zerissen zwischen Hoffnung und Verzweiflung zeigt. Das äußert sich zu einem in dem immer sehr dezent gehaltenen Wechsel zwischen Dur und Moll, zum anderen in der Tatsache, das häufig zwischen eher leisen und lauten Passagen changiert wird. Netter Abschluss!

Persona Non Grata gefallen mir mit ihrem aktuellen Output recht gut; wie ihr vielleicht schon erratet, habe ich aber natürlich ein paar Punkte, die ich dann doch anbringen möchte. Zum einen stört mich die doch vergleichsweise hohe Dichte an Balladen und Halb-Balladen, zumal nicht alle vollends überzeugen konnten. Ich habe mich während der letzten paar Songs hin und wieder dabei erwischt, wie ich mit meiner Konzentration plötzlich woanders war. Zum anderen ist auch der ganz große Prog-Hit nicht dabei, jedoch einige verdammt gute Songs.

Positiv hervorzuheben sind jedoch die spielerischen Fähigkeiten der Instrumentalisten; insbesondere die Tatsache, dass es ein echtes Bass-Solo auf die Ohren gibt, begeistert mich, denn das bekommt man selbst im Prog-Genre äußert selten zu hören. Zum anderen versteht der Sänger es, Emotionen in der Tat auch wirklich rüber zu bringen, eine Aufgabe, an der das Groß der Bardenschaft sich regelmäßig und vergeblich aufreibt.

Fazit:

Selten hab ich eine Band gehört, die, rein von ihrem Potential gesehen, dermaßen gut ist; doch Potential ist nicht alles - die Jungs von PNG müssen sich noch entwickeln, reifen, um im Songwriting zwingender, pointierter, zu werden. Bis dahin attestiere ich diesem Album ein Platz im oberen Mittelfeld und vergebe folgerichtig ein solides

l

Michael Denkers

Tracklist:

01. Imaginative Mind
02. Lend Me A Hand
03. Evil Feelings
04. 9 AM News
05. Redemption Of Sins
06. Captive
07. Grief
08. Diversity
09. Inertia
10. Journey Ends
11. Journey's End


 

 
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