| Nocte Obducta - Verderbnis (Der Schnitter kratzt an jeder Tür) |
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Spielzeit: 40:11 Min Stil: Black Metal Info: Homepage CD kaufen: Amazon VÖ-Datum: bereits erschienen Wenn man in der Vergangenheit jemandem beweisen wollte, dass Black Metal auch künstlerisch anspruchsvoll (also für den Mainstream anspruchsvoll - ich denke Ihr wisst wie ich das meine ...) sein kann, dann wurde immer wieder und auch gerne Nocte Obducta herangezogen und die Band hatte schnell den Stempel „Avantgarde Black Metal" auf der Stirne. Nach einigen, sehr guten Alben sollte es dann eigentlich 2008 Schluss sein mit der Band: „Sequenzen einer Wanderung" sollte das ultimative Abschiedsalbum werden. Das war wohl nix!! Schon früh nach dem Bekanntwerden, dass sich Nocte Obducta doch wieder zusammen gefunden hatte (Was nicht nur bei mir Begeisterung hervorrief!) kursierten Gerüchte durch die Metal-Welt, dass das kommende Album quasi ein „Schwarzmetall 2" werden sollte. Dem ist allerdings nicht so! (Ob das gut oder schlecht ist, muss ein jeder Hörer für sich selbst entscheiden) Zwar ist „Verderbnis" weitaus heftiger, als seine direkten Vorgänger, aber dennoch auf gar keinen Fall eine reine Prügelorgie! Es beginnt mit zwei Stücken „Tiefrote Rufe" und „Schlachtenflieder", die eindeutig Black Metal sind. Kraftvoll, episch und herrlich nostalgisch in ihrer Machart, aber halt nicht annähernd so dreckig und roh wie seinerzeit „Schwarzmetall". Irgendwie kann man von „Verderbnis" sagen, dass sich Nocte Obducta von überflüssigem Ballast gelöst haben und die Bezeichnung „Avantgarde" gegen „Abwechslungsreich" eingetauscht haben. Denn unverkennbar eigenständig und vielseitig sind die Kollegen geblieben. Dafür spricht z.B. ein Stück wie „Schweißnebel" (Track 3), der extrem ruhig daherkommt und mich ganz extrem an die stärkste Phase von „Goethes Erben" erinnert oder ein flottes Black-Punk Stück wie „Niemals gelebt" (Track 4). Die Texte sind natürlich auch wieder etwas ganz besonderes und es lohnt sich definitiv, sich mit ihnen einen Moment länger auseinander zu setzen. (Sind auch alle auf Deutsch!) Gegen Ende der CD gibt es mit „Wenn ihr die Sterne seht" und „Verderbnis" noch mal zwei Höhepunkte. Beide Songs sind tief im Black Metal verwurzelt, brechen diese Schranken aber im Verlauf auf und erschaffen dadurch eine großartige Atmosphäre. Dass die Mitglieder von Nocte Obducta gut an ihren Instrumenten sind, brauche ich hier ja sicher wirklich ansprechen. Insgesamt kann man sagen, dass Nocte Obducta mit ihrem Comeback Album der ganz große Wurf gelungen ist! Sie haben sich eindeutig auf ihre Wurzeln besonnen, trotzdem ihre Trademarks behalten, ohne zu sehr in eine Richtung (ob es nun „Schwarzmetall" oder „Avantgarde" sei!) auszubrechen. Ganz hervorragend gemacht! Wenn ich nicht noch einen Haufen weiterer CDs zum rezensieren hier rumliegen hätte, so schnell würde Verderbnis nicht wieder aus meinem Player klettern. Ungelogen - So gut waren Nocte Obducta noch nie!! Wehe Ihr löst Euch wieder auf (dann gibt´s Kloppe!!), denn auf diesem Niveau möchte ich noch viel mehr von Euch hören!! Ich vergebe feierlich die Höchstnote!
Tracklist: Tiefrote Rufe |