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Mordax – Violent Fraud Treachery

mordax  violent fraud treacheryLabel: Ultimhate Records

Spielzeit: 43:17 Min.

Genre: Death/Thrash

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

VÖ-Datum: 24. Februar 2012

 

Und wieder habe ich es mit einer Newcomer-Band aus dem Bereich des Thrash/Death zu tun (oder Death/Thrash?). Die aus dem schönen Kopenhagen stammenden Mordax spielen in der Formation jetzt etwa eineinhalb Jahre zusammen und zelebrieren dabei die Zerstörung der musikalischen Art.

Unter Vertrag steht man bei Ultimhate, die mir jetzt so noch kein richtiger Begriff waren, aber anscheinend bekannt genug, um als Produzenten Dan Swanö zu gewinnen. Heidewitzka! Und versprochen wird uns straighter, um die Ohren gehauener Brutalismus. Dann fange ich mal am besten gleich an...

... und steige mit dem „Intro" ein, dass, ja richtig, ein Intro ist und zunächst erst mal nicht viel verrät, außer das die Band ein Faible für atmosphärischen Aufbau und Moll-Töne hat; jedoch schlägt die Stimmung schnell um, als die Gitarren losbraten und mir erst mal die Ohren wegpusten. Cooler Einstieg! Als „Trademark Strangulation" einsetzt, bin ich erst mal mit der Kategorisierung des Promozettels einverstanden. Aus den Boxen dröhnen mir messerscharfe Thrash-Riffs entgegen, die aber nie zu viel wollen und dabei eine außerordentlich groovende Basis legen, über die sich der Sänger austoben darf und dies auch macht. Zugegeben, er ist nicht der beste Shouter den ich je gehört habe, aber er macht seinen Job ordentlich. Das Solo erweist sich als erstaunlich Scheuklappenlos und verleiht der Band damit schon mal ein gewisses Profil. Gespannt erwarte ich...

..."Devoured By Life", welches gleich mal ganz andere Qualitäten aufweist, indem man Thrash-Groove mit Death-Riffs kreuzt und noch nebenbei den ein oder anderen Mosh-Part einpflanzt. Dadurch entsteht ein interessantes Wechselspiel zwischen eher hektischen Parts und eher langsamen Groove-Versatzstücken. Erneut beweist das Solo-Duell, dass die Gitarristen alles andere als in der Vorgabe „Thrash/Death" verhaftet sind, und der ein oder andere Bridge-Part rundet die Angelegenheit ab. Erster Anspieltipp! „Acts Of Aggression" schlägt mehr in die Melo-Death Kerbe, orientiert sich aber nichts desto trotz hauptsächlich am Thrash-Gerüst. Das Ergebnis ist eine saucoole Nummer, die in der Form eigentlich auch locker der deutschen Thrash-Schule hätte entspringen können. Ab der Hälfte kommen deutlich melancholischere Anschläge dazu, ein Bass-Part wird eingestreut (sehr geil!) über den ein cooler Lick gelegt wird und der sich dann zu einer genialen Bridge ausweitet, der das Ende des Songs einleitet. Geil!

Mit „Monarch Of All" wird es gewissermaßen „doomiger", denn das Tempo wird deutlich raus genommen, die Stimme des Shouters geht eine Etage tiefer und mit dem stetigen Ausbau der Riffs geht ein kleiner Schwenk in Richtung skandinavische Lehre mit einher, der in einen echten kranken Part übergeht, der wohl letztlich als Einstimmung in das Solo dient. Hier wird gekonnt mit den Erwartungen bezüglich Thrash und Death gespielt. Gelungen! „Silhouette Of God" setzt die Geschwindigkeit deutlich höher und überrascht mit einem speziellen Riff und Twin-Gitarren. Das erste Solo kommt bereits sehr früh. Der Rhythmus klöppelt sich im Thrash-Takt nach vorne, die Bridge weiß mit einem so nicht erwarteten Riff zu überraschen und stützt einen sehr langen Solo-Part. Gegen Ende wird nochmal der Groove-Teufel ausgepackt, ein Off-Beat eingeflechtet, und dann ab dafür!

„Necrotic Hordes" täuscht zunächst den Start mit dem Klöppelrhythmus an, überrascht dann mit einem lupenreinen Folk/Pagan(!!!)-Riff und spielt gekonnt mit Stilistiken und dem Tempo. Nebenbei beweisen die Jungs mit einem unfassbar flüssigen Break, dass man keine spürbaren Wechsel-Momente zelebrieren muss, um einen gelungenen Break hinzubekommen. Geniales Wechselspiel der Stilistiken und Rhythmus-Segmente, unbedingt für unter dem Kopfhörer empfohlen! Der stärkste Track bislang! Bei „Contrapasso", einem reinen Instrumental, wird es dann erst mal sehr langsam und still, die akustischen Gitarren bestimmen das Gesamtbild, der Bass ist klar und deutlich zu vernehmen und trägt konstruktiv zum Geschehnis bei. Später werden die akustischen Teile durch verzerrte Gitarren ersetzt, was aber der Atmosphäre keinen Abbruch tut und sich erstaunlich gut ins Gesamtbild fügt. Ab der Hälfte nimmt der Track ordentlich an Fahrt auf, wird deutlich grooviger, der Gitarrist darf ein Tapping-Solo drüber legen, der andere darf nachziehen und selbst ein Solo zum besten geben, und so geht es hin und her, es entspinnt sich ein kongeniales Gitarrenduell, welches mir den Atem stocken lässt. Gegen Ende wird es handfester, was Riffing und Schlagzeug betrifft, das Duell wird dafür nur kurz unterbrochen, geht jedoch wieder in akustische Parts über. Fantastisch!

„No Redeemer" packt dann wieder den Groove-Hammer aus und bedient den geneigten Hörer mit knochentrockenen Riffs und leichtem Stakkato. Später packt man gar den Uffta-Rhythmus wieder aus, zeigt erneut ein gekonntes Solo... Und dann wird es zwar leicht strange, aber auch irgendwie lässig, wenn etwas schräge Töne wie Geister über der Szenerie schweben. Nach dieser Bridge der anderen Art kommt erneut ein kurzes Solo, macht sich für das Finale bereit und legt sich noch einmal kräftig ins Zeug. Ein Nachrichtensprecher kündigt die Rückkehr der Toten an und „Walk The Earth" startet, der sich als astreiner Thrash/Death Fausthieb entpuppt, der mit Gewalt in der Magengrube einschlägt. Hierbei interessant: die erneut konsequente Anwendung und Verquickung Element beider Stilrichtungen (und das durchaus nicht auf einen bestimmten Stil des jeweiligen Genres begrenzt!). Dieser Track wird sich genial für einen Moshpit eignen und ich würde mich wundern, wenn da nicht was geht.... Und schon geht nach kurzweiligen knapp 40 Minuten der letzte Song los, „Treachery", der straighte Riffs und den Uffta-Rhythmus nimmt und daraus einen extrem abwechslungsreichen Track zaubert, der auch einen akustische Gitarre einstreut, ohne dass die irgendwie Fehl am Platz wäre, was in der Tat eine hohe Kunst ist. In der letzten Minute wird es noch einmal recht wild, man beendet den Track mit einem Donnerschlag und hört im Hintergrund nur noch den heulenden Wind und eine Kirchenglocke...

Wow! Das ist der erste Gedanke, der mir in den Sinn gekommen ist, als ich den Kopfhörer aus der Hand gelegt habe. Die Dänen machen auf diesem Album eigentlich alles richtig. Es ist genug Abwechslung geboten, die Rhythmen und die Tempi werden im genau richtigen Maße durchgewechselt, das Riffing bot so manch vertrautes aber auch mach verstörendes und neues, ein gekonntes Instrumental wurde eingestreut und mit den Erwartungen des Hörers gespielt, da sehr viel mehr Einflüsse reingenommen wurden, als ein Marketingschreiber überhaupt erfassen kann.
Dazu hat man in Dan Swanö genau den richtigen Produzenten für die Mucke gefunden, der die Instrumente gut, aber niemals übertrieben produziert hat, soweit ich hören konnte auch das Schlagzeug kaum getriggert wurde, Soundeffekte eingefügt hat, die Atmosphäre schaffen und sich die Mühe gemacht, nicht jeden Song genau gleich zu produzieren (daran sollten sich alle Produzenten in der Welt eine Scheibe abschneiden!). Von meiner Seite gibt es einfach NICHTS auszusetzen.

Fazit:

Für alle, die auf Thrash und Death stehen, gern auch mal andere Stile querhören und generell empfänglich für Abwechslung innerhalb eines Albums sind, ist Violant Fraud Treachery extrem empfehlenswert. Jeden, der behauptet, dass die beiden Hauptrichtungen keine Diversität und Variabilität aufweisen können, sei die Scheibe ebenfalls ans Herz gelegt. Denn eins ist sicher: Schaffen es die Dänen auch auf zukünftigen Outputs ein dermaßen hohes Level zu halten und all ihre Stärken weiter konzentrieren können, haben wir eine bärenstarke Truppe vor uns, die schon bald so manches Konzert ausverkaufen wird. Wahnsinn! Folgerichtig:

xxl

Michael Denkers

Tracklist:

01. Intro
02. Trademark Strangulation
03. Devoured By Life
04. Acts Of Aggression
05. Monarch Of All
06. Silhouette Of God
07. Necroctic Hordes
08. Contrapasso
09. No Redeemer
10. Walk The Earth
11. Treachery

 

 

 
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