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Lillian Axe - XI:The Days Before Tomorrow

lillianaxe_thedaysLabel: AFM Records

Spielzeit: 50:33 Min.

Genre: Melodic Metal/Hard Rock

Info: Homepage

CD kaufen: Amazon

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Lillian Axe hatten das Potential ganz groß zu werden. Die Band, deren Musik irgendwo zwischen Hard Rock und Melodic (Hair/Glam) Metal anzusiedeln ist, hat mit „Love + War" anno 1989 ein herausragendes Album veröffentlicht, das mit unvergesslichen Großtaten, wie dem Titeltrack „All's Fair in Love and War", „The World Stopped Turning" oder „Ghost of Winter", aufwartete. Das ein Jahr zuvor erschienene Debüt war nicht minder genial. Mit dem dritten Werk „Poetic Justice" gelang dann zumindest in den USA ein kleiner Durchbruch und das Album landete sogar in den Charts. Der Nachfolger „Psychoschizophrenia" war ebenso großartig und konnte den Erfolg fortführen. Auch heute seien diese vier Alben jedem wärmstens empfohlen!
Danach wurde es ruhig um die Band. 1995 löste man sich sogar ganz auf, um vier Jahre später wieder zusammen zu finden. Sänger Ron Taylor, neben Mastermind Steve Blaze das wohl wichtigste Mitglied von Lillian Axe, hatte die Band zwischenzeitlich verlassen und war durch Derrick LeFevre ersetzt worden, der seine Sache zwar gut machte, aber an die Qualitäten seines Vorgängers nicht ganz herankam.
Es dauerte weitere acht Jahre, bis das nächste Studioalbum erschien. Was sich auf „Psychoschizophrenia" schon abzeichnete, nahm auf „Waters Rising" und vor allem „Sad Day On Planet Earth" noch deutlichere Züge an: Songwriter Steve Blaze ist alt und verbittert geworden. So schien es jedenfalls, hörte man die depressive Weltuntergangsstimmung, die die letzten Alben beherrschte. Von der jugendlichen Leichtigkeit, mit der insbesondere auf den ersten beiden Platten die Liebe, Mädchen und Beziehungen besungen wurden, war nichts mehr geblieben.

Man kann von der neuen Ausrichtung halten, was man möchte, mangelnden Arbeitseifer kann man den alten Herren aus New Orleans aber nicht vorwerfen. Mit „XI: The Days Before Tomorrow" erscheint jetzt das bereits vierte Album seit 2007. Nach einem kurzen Intermezzo mit Metal-Church-Sänger Ronny Munroe, mit dem die Band allerdings keinen einzigen Ton aufnahm, steht nun Brian Jones hinter dem Mikro. Stimmlich passt er gut zu Lillian Axe und fügt sich nahtlos in den bandeigenen Sound ein. Dieser ist markant wie eh und je. Die Melodien, Gitarrenläufe, Gesangslinien, alles ist so typisch Lillian Axe. Von der ersten Sekunde an ist Steve Blaze' Handschrift unverkennbar.
Was überrascht, ist, dass das Album im Vergleich zu den letzten Werken musikalisch erstaunlich leicht und unbeschwert daherkommt. Die Texte handeln zwar immer noch überwiegend von Tod, der ach so schlechten Welt und der ach so schlechteren Menschheit, die Musik vermittelt dies jedoch auf eine teils richtig beschwingte Art. Man bekommt das Gefühl, als hätte Blaze sich damit abgefunden, dass er an diesen Tatsachen ohnehin nichts ändern kann und wird. Eine sozusagen zynische Leichtigkeit ist zurückgekehrt.
Das Songmaterial ist dabei auch recht abwechslungsreich. In den meisten Songs dominiert die Gitarre mit Riffs und groovendem Rhythmus. Das von einer fast schon zärtlich gezupften Akustik-Gitarre eingeleitete „The Great Divide" mausert sich zu einer fantastischen Midtempo-Hymne mit herausragendem Refrain. „Caged In" beginnt mit einem Scream von Brian Jones und drückt sich dann flott rockig aus den Boxen. Und die obligatorische Lillian-Axe-Ballade ist mit dem tollen „Bow Your Head" selbstverständlich auch vertreten. Was will man mehr?

Es gibt also viel zu entdecken auf „XI: The Days Of Tomorrow". Das Album wird kaum langweilig und das Hören einer Lillian-Axe-Platte macht endlich wieder Spaß. Man bleibt nicht wieder deprimiert zurück, wenn der letzte Song verklungen ist. Dass die alten Lillian Axe (wie auch die unbeschwerte Jugend von Steve Blaze) Geschichte sind, muss man dann auch genauso akzeptieren, wie die absolute Schlechtheit der Welt. Ändern kann man's ja doch nicht. Warum also jammern? Mit guten Alben lässt sich das Warten auf den 21. Dezember doch wenigstens unterhaltsam gestalten. Und genau das ist „XI: The Days Before Tomorrow" geworden: eine richtig gute Platte, die man wieder ruhigen Gewissens jedem wärmstens empfehlen kann!

Christian Schrübbers

xl

Tracklist:

01. Babylon
02. Death Comes Tomorrow
03. Gather Up The Snow
04. The Great Divide
05. Take The Bullet
06. Bow Your Head
07. Caged In
08. Soul Disease
09. Lava On My Tongue
10. My Apologies
11. Angels Among Us

 

 
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