| Knight Area - Nine Paths |
|
Spielzeit: 60:14 Min Stil: Progressive Rock Info: MySpace CD kaufen: Amazon VÖ-Datum: 28. Oktober 2011
Mit Knight Area's „Nine Paths" mache ich meinen Prog Hattrik komplett, den ich zuvor mit zwei ausgezeichneten Platten begonnen habe. Die Band steht seit Beginn ihrer Laufbahn beim Label The Lasers Edge (zu dem auch das Tochterlabel Sensory gehört) unter Vertrag und haben seit der Gründung 3 Alben und eine Liveplatte herausgebracht. Zunächst war Knight Area ein Soloprojektdes Niederländers Gerben Klazinga, der das Debüt mit einigen Session Musikern eingespielt hat. Ab dem zweiten Werk scharrt Gerben eine feste Truppe um sich und seitdem ist daraus eine dauerhaft existierende Band geworden. Stilistisch ist Knight Area zwischen Symphonic Rock und Neo(?) Progressive Rock einzuordnen, was erst mal allein mit dem Wort "Symphonic" bei mir nicht gerade Begeisterungsstürme auslöst. Aber das entscheidende ist immer noch die Musik selbst und so werfe ich meinen CD Player an. Pfad 1: „Ever Since You Killed Me" Das Intro erinnert mich ein wenig an den Glam Rock aus den 80ern. Das Keyboard ist hier eindeutig das Hauptinstrument, der E-Bass hat hier einen seltsamen Sound und die Gitarre und das Schlagzeug sind etwas leise abgemischt. Klanglich ergibt das zunächst eine euphorisierendes Bild, bis sich die Stimmung mit dem Gesang leicht senkt. Hier wird mit Gefühl für seichte Melodien und einem gediegenen Tempo gearbeitet und so plätschert der Titeltrack ein wenig unspektakulär vor sich hin. Pfad 2 bringt da auch keine Veränderung der Lage. Der Titel "Summerland" scheint nicht so recht zur dargebotenen Musik zu passen. Mit einem Hauch von Pathos und einiger guter Keyboardmelodien gespickt bietet der Song recht leichte Kost. Zwischendurch gibt es ein durchaus brauchbares Gitarrensolo aber ansonsten bleibt das Keyboard dominant. Klassisch geht es beim Pfad 3 weiter. Für "Please Come Home" wurde Charlotte Wessels von der Band Delain eingeladen und liefert sich mit dem Sänger Mark Smit ein schnulziges Duett. Geht es um Sehnsucht? Ist es ein Dialog unter Liebenden? Sicher ist, dass dieses Lied eindeutig radiotauglich und popkompatibel ist. Musikalisch ist nichts einzuwenden. Mit "Clueless" wird Pfad 4 eingeläutet und es wird wieder einmal poppig. Schmunzeln muss ich bei der Textzeile "Here on the world-wide festival of fools", denn ich vermute es geht um die Kinder in unserer heutigen Zeit. Der Drummer scheint wie bei den anderen Liedern davor ein wenig unterfordert zu sein, macht aber einen songdienlichen Job. Der 7:30 Minüter "The River" bettet sich in ein Meer der Keyboardmelodie, bis sich der weiche Gesang und die anderen Instrumente anschließen. Atmosphärisch ist der Track allemal, denn der Wechsel zwischen Gesangparts und Hauptmelodie klappt ordentlich. Ein Takt- und Tempowechsel kommt gegen Ende auch noch vor und das Keyboardsolo ist erträglich. Hab aber schon bessere gehört. Unser Pfad 6 heißt "Pride and Joy" und ist ein kurzes Instrumentalstück. Der Drummer und der Bass zocken hier ordentlich nach vorne und das Keyboard gibt sich jazzig. Die Gitarre darf mal wieder solieren und somit ergibt sich eine willkommene Abwechslung zum bisher gebotenen Material. "The Balance" folgt im Anschluss und es wird mit einem synthetischen Fade In begonnen. Eine Akustikgitarre gibt es hier zu hören und der Gesang klingt hier teilweise etwas zu elektronisch. Wenn ich an Balance denken soll wirkt der Song weitgehend eingeschlafen. Dies ‰ändert sich jedoch nach der Hälfte und es wird in die Tasten und in die Seiten gegriffen, womit sich der Gesamteindruck bessert. Ein wenig Power scheint man doch noch auszuschöpfen. Der Pfad 8 trägt den Titel "Wakerun"(Ironie?), denn in Gegensatz zum vorherigen Lied geht es aufgeweckter weiter. Der Klangteppich wirkt durch die Harmonie im Ablauf wesentlich angenehmer, aber hier stört mich wieder der komische E-Bass Sound, was sich besonders beim Drum und Bass Part im Song deutlich zeigt. Brauchbare Riffs gibt es zwar auch, ansonsten kann der Track nicht überzeugen. Den Abschluss bringt der neunte Pfad. "Angel's Call" fängt gediegen und ruhig an, denn das Keyboard fordert hier pianoähnliche Sounds zu Tage. Hier gefällt mir die gesangliche Darbietung schon besser, ach wenn es später wieder zu pathetisch wird. Ab Minute drei wird noch kurz der Rhythmus gewechselt, bis es wieder langsamer weitergeht. Die Ballade bietet eine einheitliche Struktur, glänzt aber nicht wirklich. Bevor es aber ganz zu ende geht, wird nach einigen Sekunden Ruhe ein Drumsolo angehängt, indem der Drummer endlich mal etwas von seinem Können zeigen darf. Nachdem ich die Platte aus dem CD-Player entferne möchte ich nun erklären, warum ich diesen Silberling nicht ˆöfters einlegen werde: 1. Das Keyboard ist meiner Meinung nach zu dominant. Ich bin mir sicher, dass die anderen Instrumente den Gesamtsound deutlich aufgepeppt hätten, werden aber größtenteils in den Hintergrund gedrängt. Der Keyboarder macht hier zugegebenermaßen gute Arbeit, lässt sich aber im Zusammenhang betrachtet eine Abwechslung vermissen. 2. Der Bassound passt nicht ins Klanggebilde. Ein sanfterer Basston würde dem Album besser stehen, doch die Darbietung des E-Basses schmerzt ein wenig mein Bassistenherz. Schade, denn der Bassist hat es eigentlich drauf. 3. Der Gesang ist top, aber streckenweise zu pathetisch und schnulzig. Ein wenig mehr Cochones in seiner Stimme würde ihm gut stehen. 4. Das Album geht in den vielen Melodien unter, was dem Hörgenuss stark dämpft. Ich musste mich manchmal zwingen, die Platte zu ende zuhören. Die neun Pfade des Ritterhofes bieten musikalisch austauschbare Kost, die so manch einer Unverzichtbarkeit entbehrt. Die progressive Arbeit des Quintetts ist zwar nicht schlecht, aber der Zugang zu den Songs fällt ersichtlich schwer. Ich hatte erhebliche Schwierigkeiten, "Nine Paths" an einem Stück durchzuhören und gebe, weil ich der Band nicht das musikalische Talent absprechen möchte (denn das ist in der Tat vorhanden) ein wohlwollendes M
Tracklist: 1.Ever Since YOu Killed Me
|