Herratik – Compromise Gone

herratik  compromise goneLabel: Battlegod Productions / Twilight

Spielzeit: 31:11 Min

Genre: Death / Thrash

Info: MySpace

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VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Aus Down Under kommt die nun folgende Band mit den (mehr oder minder) klangvolle Namen Herratik. Das vorliegende Album ist bereits das vierte, jedoch erst das zweite unter diesem Namen. Davor führte man den Bandnamen Abortus mit sich - vielleicht kennt der ein oder andere von euch Lesern diesen Namen noch.

Jedenfalls soll uns auch auf Album Nr. 4 (ich bleibe bei dieser Zählweise!) Death/Thrash der derberen Sorte serviert werden - Musik nach meinem Gusto, wenn man so will. Als kleine Besonderheit kann sicherlich gelten, dass die Drums auf diesem Silberling von Alex Koch (Mystic Circle) eingespielt wurden; und natürlich werde ich in den Genuss des „gewaltsamsten, brutalsten und furiosesten Werkes" der Bandgeschichte kommen (O-Ton Promozettel). Ich bin gespannt!

„Intro" ist selbstverständlich nichts weiter als das, was drin steht, ein Intro eben, das einem Marsch nicht unähnlich ist und uns so langsam aber sicher in den nächsten Track leitet, nämlich „Enough", welcher dann auch vergleichsweise rabiat loslegt. Melodie? Filigranität? Leichtigkeit des Seins? Nicht hier und nicht heute. Der erste richtige Track beginnt als Dampfwalze, bevor man sich zwischendurch auch mal so richtig eingroovt und fast nahtlos in den Solopart übergeht, der dann mal eben so fast die Hälfte des Songs einnimmt. Straight und ordentlich auf die Fresse.

„Bottom Feeder" pendelt in Rhythmik und Riffing zwischen Old-School Death und Old-School Thrash hin und her und Variiert immer mal wieder im Tempo. Später werden massiv Hyperblasts, dann Doublebassdrumming eingesetzt. Nach einem relativ harten Break geht der Song in einen Moshpart über, welcher dann den Boden für das Gitarrensolo bereitet. Anschließend klöppelt man dem Ende entgegen und macht den Platz für „End Of Compromise" frei, dass sich sehr bissig und mit „dezenten" Einflüssen der Pantera-Schule zeigt, sprich: Groove, Groove und nochmals Groove; das letzte Drittel geht mit Doublebass-Unterlegung und Soli nochmal in eine ganz andere Richtung und endet dann recht abrupt.

„Closed Book... Open Wrist" ist mit knapp 5 Minuten der längste Track und beginnt mit einem Einspieler, in welchem sich ein paar Leute über Moral und Ethik unterhalten und zu keinem Ergebnis kommen. Das Riffing zeigt sich sehr Bay Area lastig, das Drumpedal wird ordentlich durchgetreten, jedoch stören die immer mal wieder zerhäckselten Vocals das Gesamtbild. Später kommt noch ein kleiner Break, dem ein stark rhythmusorientiertes Grundriffing folgt, welches dem Solo als solide Grundlage dient. Kurz vor Schluss wird die Gitarrenarbeit nochmals variiert und schließlich endet der Track. „Talk So Much... Say Nothing" startet im „Radiomodus" und hat mit seiner Kreator meets Death Metal Attitüde mit kleinen Ausflügen in Richtung Pagan etwas für sich, ist jedoch für die Zahl seiner Riffs ein bisschen zu kurz und endet wie es begonnen hat.

„Filth in Numbers" ist räudiger Old-School Thrash und geht entsprechend schnörkellos auf die Hörer los, kann aber trotzdem noch eine Tempovariation und ein cooles Solo einbauen. Kurz und knackig. „Good Things Come To Those... Who Hate" geht ebenfalls den thrashigen Weg und erinnert mich in der Gitarrenarbeit sowie Rhythmisch an eine Mischung an Kreator und Sodom mit dezenten modernen Einflüssen. Dafür spricht insbesondere der Mittelteil, der das Tempo ein wenig rausnimmt und der Gitarre dadurch viel Raum für das Lead lässt.

Mit „The Fall" nähern wir uns bereits mit großen Schritten dem Ende und bekommen einen Track zu hören, der sehr Death-lastig ist und immer wieder in fast schwarzmetallische Raserei verfällt. Ungefähr ab der Mitte wird recht ansprechend mit der Lautstärke gespielt (interessant unter dem Kopfhörer anzuhören), das Tapping des Gitarristen ist nicht von schlechten Eltern. Das letzte Viertel wird erneut mit dem garstigen, angeschwärzten Teil eröffnet und der Song endet bald darauf. „The Zone" markiert den Abschluss und präsentiert sogar dezente fernöstliche Einsprengsel, die dem Track einen gewissen Kick geben. Das Solo ist extrem vom Hard Rock beeinflusst, im Hintergrund ist eine Party (!!) zu vernehmen, und das Ende wird durch einen sich übergebenden Mann repräsentiert...

So viel steht schon mal fest: Einen gewissen Spaßfaktor kann ich der Mucke nicht absprechen. Allerdings habe ich doch so meine Probleme mit dieser Kiste, und die werde ich jetzt kurz erläutern.

Die kompositorischen Leistungen der Band empfinde ich persönlich als eher mittelmäßig, wenngleich die Instrumentalisten ihre Instrumente selbstredend beherrschen - dennoch fehlt oft ein gewisser Spannungsbogen, der sich in vielen Tracks auch einfach nicht aufbauen konnte; dazu wurden die meisten Songs einfach mit verschieden Parts zu sehr vollgepackt bzw. umgekehrt, d.h. die Ideen nicht ausreichend ausgewalzt. Man kann es sich ein bisschen wie einen Teigklumpen vorstellen, der zu einer Pizza werden soll und dann als so was ähnliches wie ein kleines Brot in den Ofen gepackt wird - schmackhaft zwar, aber irgendwo nicht Sinn der Sache.

Zum anderen haben mich auch manche Experimente in meinem Hörgenuss mehr gestört als es gut ist. Die zerfaserten Vocals bei „Closed Book... Open Wrist" stehen dafür in ganz spezieller Position Pate; ich habe nichts gegen Experimente - nur sollten sie dann das Hörerlebnis in irgend einer Form unterstützen, nicht krass stören.

Fazit:

Compromise Gone hinterlässt in mir eine merkwürdige Leere; die nicht immer gelungen Experimente sowie kompositorische Schwächen verwehren mir den Zugang zu der Musik dieser Band und infolge dessen lassen mich ihre Songs seltsam unberührt, ja schon fast enttäuscht zurück, auch wenn gute Ansätze vorhanden waren. Schade! Folgerichtig vergebe ich deshalb lediglich ein

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Michael Denkers

Tracklist:

01. Intro
02. Enough
03. Bottom Feeder
04. End Of Compromise
05. Closed Book... Opened Wrist
06. Talk So Much... Say Nothing
07. Filth In Numbers
08. Good Things Come To Those... Who Hate
09. The Fall
10. The Zone

 
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