| Haken - Visions |
Label: Sensory/AliveSpielzeit: 1:11:31 Info: Facebook Kaufen: Amazon VÖ: 28.10.11 Erneut kümmere ich mich um eine Prog Platte des Labels Sensory mit dem verheißungsvollen Titel "Visions". Während ich darüber nachdenke, wie man den Bandnamen Haken richtig ausspricht, betrachte ich zunächst das Cover, welches ein Auge zeigt, in dem sich zwei Gestalten spiegeln. Schlicht und dennoch interessant bietet sich die CD durch ihr Cover an. Während ich mich dazu entschloss, die Aussprache des Namens "Häjken" zu verwenden, schaue ich nach einigen Infos über diese neue Band. Haken wurde anno 2007 in London gegründet und besteht aus 6 Mitgliedern. Sie haben bereits eine Debütscheibe veröffentlicht, dass von Kritikern hoch gelobt wird. Als ihre Einflüsse nennen die Jungs Bands wie Genesis, Queen und Dream Theater, mit denen sie sogar auf Tour waren. Bei diesen Referenzen bin ich sehr gespannt, ob mich da ein schönes Prog-Bonbon erwartet. Ab in die Stereoanlage damit und los gehts. Die Scheibe fängt schon mal gut an. Das Anfangsinstrumental fängt mit Unterwassergeräuschen an und wird später sanft mit Klavier unterlegt. Danach kommen die üblichen Instrumente, um den Startschuss mit gutem Druck einzuläuten. Die Gitarre spielt gar virtuos Musikstücke und es gibt sogar einen geslappten Bass. Gefällt mir schon mal sehr gut. Nach einem super Start geht es in den ersten 13 minütigen Epos über, der ebenfalls gediegen anfängt. Jetzt setzt auch der erste Gesang ein und bevor die ersten dumpfen Riffs erklingen, legen alle Instrumente einen balladeskes Fundament. Die Mischung, die sich mir offenbart, bietet einige Taktwechsel, Gitarren- und Keyboardsolos, solide Drumarbeit und eine interessante Gesangstimme. Zum Schluss wird es noch einmal ruhiger und es wird noch ein Duett von Keyboard und Bass geboten. Jetzt verstehe ich auch den Bezug zu Dream Theater, denn es klingt verdächtig nach ihnen. Mit "Insomnia" geht es weiter und man bekommt elektronische Sounds geboten. Ähnlich verspielt geht es auch hier zu und die Band präsentiert sich hier gut abgestimmt. Später gibt es sogar Game Boy Sounds zu hören, die eine witzige Abwechslung bieten. "The Mind's Eye" kann mit nachdenklichen Melodien glänzen. Kein Wunder, denn lyrisch geht es um die Flucht in die eigene Welt, die der Sänger mit seinem Gegenüber teilt. Die Instrumente geben dem Lied die richtige Atmosphäre zum Träumen und ehe man sich versieht kommt das nächste Instrumentalstück gleich dazu. Dieser reißt einen aus der Traumwelt und holt den Hörer wieder in die Realität zurück. Die Riffs kommen mit einem aufdringlichem Dampf daher, der bedrohlich wirkt. Das Übrige schaffen die Solos der Gitarre und des Keyboards, die sich gut abwechseln und man spührt den ganzen Song über einen gefährlichen Flair. Wieder einmal geht es nahtlos in den nächsten Song über, der diesmal Panflöten mitbringt. Mit "Shapeshifter" gibt es nach 3 kurzen Liedern mal einen 8 Minüter, der geballte Metalriffs und synthetische Sounds gut zu verbinden weiß. Der instrumentale Reigen und der Gesang ergeben einen gewissen epischen Moment, der sowohl stürmisch als auch faszinierend zugleich ist. Mit der darauf folgenden Ballade "Deathless" wird das Thema Selbstmord behandelt und dementsprechend klanglich untermalt. Mit viel Emotion bringt die Band die Fragen zum Tod und Sterben zur Geltung, die sich manch einer zu stellen versuchte. Gerade das Klavier bringt die richtige Stimmung mit, die das Entweichen der letzten Lebenszeichen des Potagonisten greifbar macht. Zu guter letzt gibt es noch den Titeltrack, der mit über 22 Minuten der deutlich längste Song der Platte ist. Doch dieser Epos bietet eine angenehme Kurzweil, der mit musikalischen Eindrücken nur um sich wirft. Der Text schwimmt zwischen Lyrik und Prosa umher und dadurch wirkt er teilweise schwer verdaulich. Dies tut dem Lied aber keinen Abbruch, der nach der Hälfte der Zeit zu einem kleinen Musikal avanciert. Mit spielerischer Leichtigkeit wird hier zwischen Härte und Sanftheit, Ruhe und Aufregung und einer Prise Travestie hin und hergewechselt. Cellos beenden dieses Stück Musik auf ihre eigenen Art und Weise und damit haben Haken einen Song für die Ewigkeit geschaffen. Nach dem langen Hörgenuss brauche ich erstmal eine Weile, um meine Gedanken zu diesem Album zu fassen. An und für sich ist "Visions" ein Meisterwerk, doch ich fand auch einige kleine Schwächen. Pro: Haken bekommt hier mühelos viele verschiedene Rock- und Metalsounds unter einen Hut und man kann den Instrumentalisten nachsagen, dass jeder von ihnen sein Arbeitsgerät sehr gut beherrscht. Die Takt- und Stimmungswechsel sind flüssig, der Gesang ist super und es gibt so gesehen keinen Totalausfall auf dem Silberling. Kontra: Einer der Einflüsse sind ja wie oben erwähnt die mächtigen Dream Theater. Gerade das stört mich ein klein wenig, weil die Musik, insbesondere die gitarrenähnlichen Phrasierungen des Keyboards sehr Dream Theater mäßig klingen. Das merkt man am stärksten beim zweiten Song und somit verliert sich die Eigenständigkeit um ein paar Nuancen. Ebenfalls auffällig ist der streckenweise zu dumpfe Sound der Platte. Hätte man die Aufnahme besser abgemischt z.B. mit weniger Bässen, dann würden die Lieder insgesamt viel besser und melodischer klingen. Fazit: Haken liefern mit Visions ein starkes Album ab, das Komplexität und Einfachheit in sich vereint. Auch wenn sie teilweise stark wie ihre Idole klingen, machen sie dies durch ihren Hang zu emotionalen Melodien wieder wett. Damit bekommt Visions dennoch ein gutmütiges ![]() Ben Denkers Trackliste: 1. Premonition 2. Nocturnal COnspirancy 3. Insomnia 4. The Mind's Eye 5. Portals 6. SHapeshifter 7. Deathless 8. Visions |