| December Flower – When All Life Ends... |
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Spielzeit: 40:22 Min Genre: Melodic Death Metal Info: MySpace CD kaufen: Amazon VÖ-Datum: 02. Dezember 2011
Erneut darf ich mich um das Debüt einer neuen Band kümmern, die sich December Flower nennt und folgerichtig Melodic Death Metal serviert (Alle Melodic Death Veteranen werden schnell auf den vermutlichen Ursprung des Bandnamens kommen). Komplett in Eigenregie aufgenommen und produziert, hat man mit Cyclone Empire recht bald einen Vertriebspartner gefunden, und dieser freut sich wie Bolle und schießt ordentlich Promopfeile auf uns Schreiberlinge ab, sieht man doch December Flower in der Tradition solcher Szenegrößen wie Dark Tranquillity, Unanimated, Dismember, Cardinal Sin und Gates Of Ishtar. Die Band selbst ist aus den Überresten von Chronicles of Tyrants entstanden und bedient sich, nach eigener Auffassung, dem düsteren, ursprünglichen Weg des Melodic Death, sprich: Tonnenschwere Riffs vs. Dunkle Melancholie. Und so beginnt „Invasion" wie erwartet mit einem leicht epischen Touch und einem leicht depressiv anmutenden Lead, welches uns als Intro auf das kommende vorbereiten soll, das in Form von „The Apprentice" mit aller Gewalt über uns hereinbricht. Ein Gravityblast-Massaker aller erster Güte unterlegt das stets leicht melodische Riffing, das typisch Melodic Death und mir spontan ein Lächeln auf das Gesicht meißelt. Die Schreie und Growls des Sängers kommen extrem gut rüber, die Gitarrenarbeit wird stets variiert und bietet keinen Anlass zur Sorge. „Your Darkest Path" schlägt einen etwas anderen Grundtenor an und schraubt einem innerhalb kürzester Zeit die Rübe ab, der Schwerpunkt des Drummers liegt zwar immer noch auf Klöppeln, wenn auch mit größerem Augenmerk auf die Doublebassdrum. Die Melodieführung erinnert mich zuweilen tatsächlich an die großen Vorbilder, und kaum endet der Song, fängt schon „As Darkness Reigns" an, welches sich langsam aufbaut, immer schneller wird und schließlich in den Hauptpart übergeht. Die Rhythmik während der Strophen lässt zuweilen einen leichten Thrash-Einschlag aufblitzen; zwischen drin darf die Gitarre „singen" und verschafft den Hörer eine kurze Verschnaufpause in Form eines langsamen Zwischenparts. Anschließend wird das Eingangsriff wieder aufgegriffen, bevor es in den Song zurück geht. Geiler Song! „Aeon" beginnt etwas langsamer und mausert sich zum ersten echten Mid-Tempo Track des Albums. Die getragene Melodieführung hat zuweilen einen gewissen Amon Amarth Touch, auch wenn man inhaltlich so einige Meilen auseinander liegen dürfte. Und ich gebe zu Protokoll: So hat eine echte Ballade nach Melodic Death Art zu klingen! Und gegen Ende darf der Drummer noch ordentlich die Bassdrum treten. „Dying Sun" kommt mit einem Keyboardintro um die Ecke und setzt der Krone der melodischen Melancholie noch einmal die Krone auf. Wer die diversen Instrumentalstücke früher IF oder DT kennt, hat in etwa eine grobe Orientierung, wie der Song klingt: akustische Gitarren, leichte Klavierbegleitung, strikt Moll, und das ganze ohne in irgendeiner Art aufgesetzt zu wirken. Nice! Ein extrem geiles Riff eröffnet dann für „Life Ends" und führt uns dann hinüber in den bis dahin vielleicht geilsten Song des Albums: Schredding, durchgetretene Bassdrum, disharmonisches Riffing, Knüppelorgie in den Strophen. Herrlich! Zusätzlich wird im Chorus das Tempo variiert, ein kleiner Break mündet in getragenes Zwischenspiel, die Gitarristen dürfen glänzen, ohne Soli zu spielen. Hammersong! Der Einstieg in „Despise Your Life" gerät zur wahren Schlacht, das Riffing orientiert sich wieder stärker in Richtung Moll und offenbart dabei ungeahnte Qualitäten, es gibt trotz aller Massaker am Schlagwerk immer wieder kurze Inseln der getragenen Melodieführung zu entdecken. Die Bridge nimmt sich dem folgend als Ruhe im Sturm aus und begleitet den Hörer in eines der (wenigen) Gitarrensoli, welches gerade dadurch eine enorme Wirkung entfaltet. Könnte zu einer zukünftigen Hymne reifen. „Lost In Twilight" verfügt über einen relativ langen Eingangspart, der Song nimmt trotz Maschinengewehrdrumming ein wenig Tempo raus und offenbart noch andere Aspekte am Sänger, die bisher noch nicht zum Vorschein traten. Ein relativ harter Break folgt, geflüsterte Vocals, der Track groovt sich in einen geilen Zwischenteil ein, der zum schon fast meditativen Banging einlädt; darauf folgt ein ebenso krasser Wechsel zurück ins Hauptriff. Gegen Ende wird der Song sogar fast doomig. „And Blood Has To Be Shed" weist ein ebenso ungewöhnliche wie auf seltsame Weise anziehende Harmonisierung der Gitarren auf, der Chorus ist vergleichsweise eingängig gehalten; das Drumming gibt sich erstaunlich zurückhaltend, guter Kontrapunkt zum Schluss. „The Fountain" fungiert am Ende des Albums als Outro und greift ein wenig das Intro „Invasion" auf, variiert aber das Riff und entwickelt es weiter. Krönender und stimmungsvoller Abschluss.
Fazit: Gelungenes Debüt von December Flower, bei dem einfach alles stimmt: Artwork, musikalische Fähigkeit, geile Songs, eine räudige und gnadenlos geile Produktion, ein Spannungsbogen vom Intro zum Outro. Selten war ich von einem Album auf Anhieb so begeistert; Cyclone Empire haben mit dieser Band ein ganz heißes Eisen im Ofen, welches jetzt unbedingt weiter geschmiedet werden muss, sprich: ordentlich promotet und gefördert gehört. Von meiner Seite aus ein glasklares
Tracklist: 01. Invasion
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