| Wisdom - Judas |
Label: Hammer RecordsSpielzeit: 40:07 Min. Info: MySpace CD kaufen: Amazon VÖ: bereits veröffentlicht Noch bevor das erste Album erschienen war, hatten die Ungarn Wisdom ihren melodischen Power Metal bereits als Vorband von Europe, Helloween und Iron Maiden präsentieren dürfen und konnten so schon ordentlich Staub aufwirbeln. Die Hoffnung, die in die Band gesetzt wurde, erwies sich als gerechtfertigt, als 2006 das tolle Debüt „Words of Wisdom“ veröffentlicht wurde. Die Band gewann einige Preise in ihrer Heimat und wurde schnell über die Grenzen Ungarns hinaus bekannt. Die Erfolgswelle brachte Wisdom bis ins Vorprogramm von Heaven And Hell und Judas Priest. Kurz darauf trennte man sich von Sänger István Nachladal. Nach langer Suche fand man in Gábor Nagy Ersatz. Mit ihm hinter dem Mikro erschien dann im April 2011 nach fünf Jahren das neue Album „Judas“. Auch auf dem zweiten Album bekommt man melodischen Power Metal europäischer Prägung zu hören; „Wisdommetal“, wie die Band ihre Musik selbst nennt. Im Vergleich zum Vorgänger ist aber der Anteil des traditionellen, riffbetonten Heavy Metals etwas heruntergefahren worden. Zudem bietet Nagy einen für diese Art Metal typischeren Gesang. Beides führt leider dazu, dass Wisdom das Besondere verlieren, das sie auf dem Debüt noch ausgezeichnet hatte, und in der großen Masse ähnlich bzw. gleich klingender Bands drohen unterzugehen. Immerhin weiß die Band, dass sie mit ihrer Musik das Metal-Rad nicht neu erfindet, heißt es doch in der Biografie: „Heutzutage ist es fast unmöglich, brandneue Ideen zu haben, aber es ist immer noch möglich, etwas großartiges zu schaffen.“ Großartig ist dann aber doch etwas anderes. Zwar wissen manche Songs durchaus zu gefallen, die einfachen, eintönigen Schunkelmelodien sind auf Dauer aber sehr ermüdend. Bei den immergleichen choralen Refrains fragt man sich manchmal sogar, ob man genau diesen nicht bereits im vorherigen Lied lediglich in einer anderen Geschwindigkeit zu hören bekam. Und egal welches Thema besungen wird, die Inquisition („Age of Lies“) oder die Horror-Spiele der „Silent Hill“-Reihe, alles wird auf eine fröhliche, zuckersüße Weise dargeboten. Die Musik ist wenig komplex, geht dafür gut ins Ohr und tut keinem weh. Als Berieselung im Hintergrund durchaus zu gebrauchen. Kurz gesagt: die Platte bietet alles, was guter Fahrstuhl-Metal benötigt. War „Words of Wisdom“ noch ein starkes Debüt einer hoffnungsvollen Band, machen Wisdom auf dem zweiten Langspieler leider viel falsch. Man verzichtet fast gänzlich auf all das, was die Band auf der ersten Platte noch aus der Flut generischer Power-Metal-Bands herausragen ließ, und geht zu eindimensional und simpel zu Werke. Gábor Nagy macht seine Sache definitiv gut, seine wenig markante Stimme verstärkt diesen Verlust einer eigenen Identität jedoch zusätzlich. Abschreiben sollte man Wisdom noch nicht, dafür ist zu viel Potential vorhanden. Vielleicht bekommt die Band schon auf dem nächsten Album die Kurve, „Judas“ ist allerdings nur schwaches Mittelmaß. Christian Schrübbers ![]() Tracklist: 01. Fallin' Away from Grace 02. Somewhere Alone 03. Age of Lies 04. Live Forevermore 05. Wander the World 06. Heaven and Hell 07. Silent Hill 08. At the Gates 09. The Prodigal Son 10. Judas |