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Wolfpakk - Wolfpakk

wolfpakk  wolfpakk neuLabel: AFM Records

Spielzeit: 52:37 Min.

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VÖ: 26. August 2011

Was des normalen Menschen Hund, ist des Metallers Wolf. So scheint es, wenn man sich in der metallischen Szene umschaut. Neben vielen, vorwiegend skandinavischen Bands, die den Wolf als Wappentier gewählt haben, gibt es auch nicht gerade wenige Bands, die das Tier gleich im Namen tragen. Ob einfach nur der einsame Wolf, Wölfe im Thronsaal oder Wölfe wie wir, die Kreativität kennt keine Grenzen. Zu diesem ganzen Rudel gesellt sich nun eine weitere Band: Wolfpakk. Bei der Namensfindung endete der Ideenreichtum bei dem gedoppelten K, musikalisch hat man dann aber doch mehr zu bieten. Aber der Reihe nach…

Genau genommen ist Wolfpakk mehr Projekt denn Band. Statt ein festes Line-Up zu suchen, haben die beiden Gründer Michael Voss (ehemals Sänger bei Mad Max) und Mark Sweeney (vormals Sänger bei Crystal Ball), die gemeinschaftlich für die Musik und Texte verantwortlich zeichnen, die einfach „Wolfpakk“ betitelte Platte mit zahlreichen Gast-Musikern aufgenommen. Darunter finden sich bekannte Namen, wie Paul Di’ Anno, Jeff Scott Soto, Mat Sinner, Ira Black, Rob Rock und Tim „Ripper“ Owens, um nur ein paar zu nennen. Bei der Auswahl der Gäste machten die beiden auch vor Genregrenzen keinen Halt und suchten Unterstützung im Musical- (Michaela Schober von „Tanz der Vampire“) sowie Schlagerbereich (Nadja Kossinskaja aus der Band von Peter Maffay), was sich auch in der Musik niederschlägt.
Wolfpakk sind weitgehend traditionell ausgerichtet, auch wenn das die elektronischen Synthie-Klänge, die viele der Songs einleiten und an die Blütezeit des Dancefloors in den 90ern erinnern, nicht immer vermuten lassen. Gitarrenlastige Stücke, wie „Dark Horizons“ oder „Ride the Bullet“ wecken Erinnerungen an den Hard Rock und Metal der 80er Jahre, nur mit einer modernen Produktion. Bei „Reptile’s Kiss“, zu dem auch ein Video gedreht wurde, muss man dann auch zweimal hinhören, um sicher zu gehen, dass sich kein Lied von Alice Cooper auf die Platte geschlichen hat. Das einleitende „Sirens“ hingegen lässt sich am ehesten als Happy Metal kategorisieren und wartet zu Beginn und am Schluss mit Sirengekreisch auf, das mehr an einen pfeifenden Wasserkessel erinnert. Mit „Let Me Die“ und „Lost“ – beide bringen es auf fast sieben Minuten – finden sich zudem zwei episch anmutende Songs auf dem Album. Beide mehrstimmig dargeboten, bietet ersterer zu der melancholischen Grundstimmung noch einen heroischen gesprochenen Mittelteil, der an Glanztaten von Manowar oder Rhapsody (Of Fire) erinnert, hier aber nicht von Christopher Lee vorgetragen wird. „Lost“ hingegen zeigt am deutlichsten die vielfältigen Einflüsse, die die Gastmusiker mitbringen, wenn der Song zur Mitte hin Musical-Züge annimmt. Ähnlich atmosphärisch beginnt auch „The Crow“. Der Refrain, der zwar gut ins Ohr geht und sich schon nach der Hälfte problemlos mitsingen lässt, ist dann allerdings doch eine Nummer zu kitschig geraten. Ob sich hier die maffayschen Schlagereinflüsse bemerkbar machen?
Das Highlight der Platte kommt dann am Schluss. Mit dem 10-minütigen „Wolfony“ (Neologismus aus Wolf und Symphony?) haben die Herren Sweeney & Voss eine Metal-Oper aller erster Güte komponiert. Zu ruhigen Piano-Klängen gesellen sich nach und nach Streicher, Gitarren und Drums, bis der Song dann in eine Uptempo-Nummer übergeht. Unterschiedliche Sänger übernehmen die verschiedenen Rollen; unter anderem veredelt der Ripper diesen Long-Track. Der Refrain ist zwar auch hier eine Spur zu schnulzig, aber die fantastischen Soli und der abwechslungsreiche Mittelpart lassen darüber hinwegsehen. Zum Grundthema von Wolfpakk passend, gibt es dann auch mit dem lateinischen Spruch „Homo Homini Lupus“ („der Mensch ist des Menschen Wolf“) sogar noch etwas Kultur zu hören, bevor man stilecht mit Wolfsgeheul aus dem Album entlassen wird.

Musikprojekte, bei denen eine Schar Gastmusiker beteiligt sind, denen die Songs teilweise noch auf den Leib geschrieben werden, kranken oft daran, dass ihnen die eigene Identität fehlt. So auch Wolfpakks „Wolfpakk“. Es werden viele Stilrichtungen bedient, eine persönliche Note, die die Stücke als Wolfpakk-Songs identifiziert, geht den Liedern jedoch meist ab. So wirkt die Platte mehr wie eine Compilation denn ein homogenes Album. Die individuelle Qualität der Stücke ist dabei meist allerdings ausgesprochen gut, so dass die Scheibe durchaus zu empfehlen ist und nicht zuletzt wegen dem grandiosen Schlusstrack noch ein schwaches XL verdient hat.

Christian Schrübbers

xl

Tracklist:
Sirens               
Dark Horizons       
Lost               
Slam Down the Hammer   
The Crow           
Wolfpup           
Let Me Die           
Reptile’s Kiss       
Ride the Bullet       
Wolfony

 

 
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