| Today Forever – Relationshipwrecks |
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Spielzeit: 29:57 Min Genre: Hardcore Info: Homepage CD kaufen: Amazon VÖ-Datum: 06. Januar 2012 Ich betrete hin und wieder gerne Neuland, und ich schäme mich nicht, zuzugeben, dass ich kaum eine Idee davon habe, wie sich Hardcore anhört. Durch meine Grindcore-Erfahrungen habe ich zwar eine GANZ vage Idee, dennoch kann ich natürlich nicht ansatzweise darlegen, was Hardcore ausmacht, wie es klingt, welche Schulen es gibt und was und wieso und überhaupt. Ich wage mich also auf das dünne Eis der Klischeedrescherei und versuche zunächst wiederzugeben, was mir von Hardcore bekannt ist: Die Songs sind selten länger als drei Minuten, ganz besonders groß wurde Hardcore in New York und San Francisco, die Musikrichtung ist stilistisch eng mit Punk-Rock verwandt und thematisch bewegt man sich meist auf dem Feld der Sozialkritik. Soweit, so schubladig. Wie also werde ich in diesem Review vorgehen? Ganz einfach: Ich mache die Musik an, höre, was es zu hören gibt, versuche mich an einer möglichst genauen Beschreibung meiner Eindrücke und verzichte dabei völlig auf Vergleiche mit anderen Bands, da mir einfach Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Unangebracht? Vielleicht. Andererseits aber möglicherweise auch erfrischend anders, da ein ungetrübter Blick von außen auch mal gut tut. Aber genug der Einleitung, fangen wir an. Und schon geht es los mit "Sovereign". Nach einer leicht schrammeligen Einleitung geht es über in eine straighte, solide Performance mit viel Bass. Der/Die Sänger bellen ins Mikrofon, der cleane Gesang wirkt lediglich eher irritierend. Der Schluss wird mit einem Breakdown eingeleitet, die Gesangspassage, die sich anschließt... egal. "Lady On The Shore" gibt sich im Gegensatz zum ersten Track vergleichsweise melodisch und kommt dabei mit seinen Riffs und seiner Rhythmik sehr nah an den metallisierten Bruder Metalcore heran, worauf auch das Pit-kompatible Zwischenspiel schließen lässt. "Dynamics" macht seinen Namen alle Ehre und groovt ordentlich nach vorne. Zusätzlich weiß der Track mit einer atemberaubenden Schlagzeugarbeit zu überzeugen. "Good Weekend" zeigt die Band erneut von einer sanfteren Seite, jedoch ist der Grundtenor des Songs wesentlich rhythmusorientierter. Cool kommt die Basspassage etwa in der Mitte des Tracks. Das Warten auf "Waiting Forever" erweist sich als lohnende Angelegenheit; der Track ist vom Feeling sehr am Punk dran, enthält Keyboardklänge, lockert die Stimmung auf und ist schnell vorüber. Mit "Boreout" kommt dann der längste Track des Albums um die Ecke, der sich dann auch prompt als extrem metallhaltig offenbart und dementsprechend nah am Trash Metal orientiert ist. Der lange Riffingpart gegen Ende nimmt einiges an Härte wieder raus. Bei "The Trial" stehen die Zeichen dann erneut auf balladesken Einschlag, was mich aber keineswegs stört; die Bassdrumattacken verleihen dem Track eine überaus angenehme Härte. Bei "Stop Boring Us" ist der Name Programm: In den knapp zwei Minuten passiert dermaßen viel, dass ich mich kaum in der Lage sehe, alles aufzuzählen. Hammergut! Der Titeltrack "Relationshipwrecks" wartet dann mit dezenten Geigentönen und cleaner Gitarre auf und baut später sogar Klavier ein. Athmosphärisch gelungenes Instrumental."Soothe My Soul" geht dann erneut in die eher groovende Richtung und dürfte so manchen Pit zum kochen bringen. "Dancing Queen" ist dann nicht das befürchtete ABBA-Cover, sondern ein Track im groovenden Mid-Tempo, der in der zweiten Hälfte etwas im Tempo anzieht. "Thirtysomething" macht den Schluss und peitscht den geneigten Hörer noch einmal ordentlich mit krachenden Riffs und klöppelnden Drums auf. Mit der zweiten Hälfte kommt ein langsames Zwischenspiel und ein massiver Breakdown. Dieses Album offenbart, wie so häufig, dass Klischees zum Teil zutreffen können und sich zum Teil ins Gegenteil verkehren. Kurze Tracks? Check. Einseitig, agressiv und immer auf die zwölf? Nö. Zwar gibt es hier selbstverständlich den ein oder anderen Track, der saftig nach vorne geht, dennoch ist der Grundtenor teilweise extrem positiv, nicht unbedingt was die Wahl der Tonleiter betrifft, aber im grundsätzlichen Vibe. Wenig überraschend ist es für mich dennoch, dass ich die Platte zwar durchaus gut, aber noch lange nicht überragend finde. Lustigerweise fand ich den Unterschied zwischen dieser Band und z.B. Sleeping Giant nicht besonders bemerkenswert, daher könnte man diese Platte genauso gut dem Metalcore zuordnen, wenn nicht die balladesken Stücke wären, die sich sehr nahe am Punk-Rock bewegen. Fazit: Ordentliche Hardcore-Mucke, der es daran mangelt, dass mir erstens: die Musikrichtung nicht besonders zusagt und zweitens: das Niveau der Platte nicht durchgehend hoch ist. Allerdings machen der Abwechslungsreichtum und die leisen Zwischentöne einiges wieder wett. Von daher vergebe ich ein neutrales und faires
Tracklist: 01. Sovereign (feat. Billy Hamilton)
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